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den, so daß der ganze Schweftldampf in das Faß kommt und durch die sämimlichen Zwischenräume der Kartoffeln dringt.
Beim Schwefeln im Freien »erfährt man aus folgende Weise: Der Boden, ans den der Kartoffel- Hausen zu liegen kommen soll, wird gut zusammengckreten; dann nimmt man zwei starke Bord, stellt solche schräg gegen einander, so daß sie eine Rinne bilden. Zn Liese legt man einen Schweftlspahn nach dem andern bir Länge nach dmch, befestigt die Bord mit Latten und legt Kartoffelkraut darüber; auf dieses läßt man nun die Kartoffeln schütten, steckt den Schwefel a» und läßt ihn so verschloffen unter den, Kartoffelkraut durchbrennrn. Tie Kartoffeln werden hierbei vollkommen trocken und zeigen sich im Frühjahre noch schöner, als andere nicht so behandelte. Bei Kartoffeln, welche schon Fäulniß angesetzt hatten, war sogar bei diesem Verfahren die Wunde ausgetrocknet und der übrige Theil ganz gesund.
Sind die Kartoffeln bereits in einen Grad von Fäulniß übergegangen, daß ihre Benutzung zum menschlichen Gebrauch (was vor Allein das WünschenSwertheste bleibt) nicht mehr möglich gemacht werden kann, dann lassen sie sich immer noch als Bwhfutter benützen. Pferde, Schaafe, Rindvieh und Schweine fressen sie, zumal mit Salzwasscr übergossen, so gerne wie sonsten. Ist der Borrath zu groß, um sic auf diese Weife schnell genug verbrauchen zu können, so ist das Einsätzen derselben ein ganz entsprechendes, längst bewährtes Anskunftsmittcl. Zu dem Ende läßt man die Kartoffeln so viel wie möglich reinigen, dann zerkleinern, und ihre wässerigen Theile ausdtnckcn, worauf das Einsalzen derselben in Kufen, Erdgruben mit festen Wänden rc. so vorgenommen wird, daß das Salz schichtweise darüber hergestreut, das Ganze mit einem Deckel oder mit Brctkstücken bedeckt und beschwert wird.
Den letzten Ausweg, der aber immer nur im größten Rothfalle betreten werden sollte, damit die Kartoffeln zur menschlichen Nahrung so viel als thunlich erhalten werden — was auf dem oben ange- deuteten Wege auch gauz leicht mögliw ist — bietet die Verarbeitung der Kartoffeln auf Brandwein, Stärkemehl und Hefe; denn der Stärkemehlgehalt selbst der angefaulten Kartoffeln ist, wie im Eingang gesagt, nur ganz wenig verändert. Wenn sie daher für diesen Zweck nicht zu entsprechenden Preisen verwerthct werven können, so wird man immerhin noch besser thun, sie auf eine der oben btschricbenen Arten selbst zu verwenden.
11. Aufbewahrung der gesunden Kartoffeln.
Indem man sich in dieser Beziehung lediglich auf die Bekanntmachung der Großh. Ecntralbehörde der landw. Vereine vom 19. October beziehen zu können glaubt, fügt man nur über die Aufbewahrung der Kartoffeln in Gruben noch Folgendes bei. ,
In einigen Ricdorten (Kreis Großgcrau) beobachtete man beim Eingrnbcn der Kartoffeln dasVer« fahren, diese Gruben nur auf die'Hälfte ihrer Länge mit Kartoffeln anzufüllen und Letztere vorerst nur haudhoch mit Sand oder leichter Erde zu bedecken, die zweite Hälfte der Grube hat die Bestimmung, um circa 8 — 14 Tage später, nach erfolgtem Schwitzen der Kartoffeln, zum Auslesen derselben benutzt zu werden. Erst nach dieser Vorarbeit ging man au das endliche Eindecken der Gruben. Dic- jcnlgen, welche ihre Kartoffeln nicht so behandelten, sieht man sie bereits wieder aus den Gruben nehmen und gleicher Behandlung unterwerfen. Uebrigens empfiehlt sich die Aufbewahrung der Kartoffeln im Freien über der Erde, statt in dieser, dieöntal ganz besonders.
Roch ist hier nachzutragen, daß Kartoffeln, die nur von der Ttockensäule ergriffen, bei ganz dünnem Ausbreiten in Zugluft meistens in sich selbst wieder auötrocknen.
111. Neservirung der Kartoffeln zum nächstjährigen Saatbedarf.
Es bedarf wohl keiner näheren Begründung, daß dieser Punkt von der höchsten Wichtigkeit erscheint. Bei dein chrgsamen Landwirthe wird er auch um so gewisser alle Aufmerksamkeit finden, als dadurch die wirthschaftliche Existenz der kommenden Jahre so wesentlich bedingt ist. Um des Saatbedarfs für das nächste Jahr sich zu versichern, empfiehlt sich vor Allem dessen Absonderung von den übrigen Kartoffeln, unter Auswahl der tauglichsten Exemplare, deren Verbringung nach 6cm gesundesten Theile des AufbewahrungslocalS und Aufschichtung in ganz dünnen Lagen unter sich selbst. Wo man Kalk- und Kohlenstaub, Asche :c zur Verfügung hat, vnrcbschichte man sie damit; bei kleineren Partbien empfiehlt sich auch die oben beschriebene Behandlung mit Chlorkalk und Schwefel, da diese keine Fäulniß aufkommen lassen und andererseits der Keimkraft nicht im geringsten schaden.
Tarmstadt den 29. October 1845.
Großh. Hess. Cerrtralbehörde der landwrrthschsftl« Vereine.
Besondere Bekanntmachung
1883) Vom 1. November l. I. ansangend treten auf dem Eourfe zwischen Darmstadt und Frankfurt, dann Frankfurt, Gießen, Marburg und Cassel folgende Veränderungen im Postenlaufe em:
1) Die Eilwagen von Frankfurt nach Cassel werden abgefertigt;


