Ausgabe 
10.8.1844
 
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wird man jedoch eine möglichst schöne und feste Grasnarbe, in kurzer Zeit, am sichersten durch das Legen oder Pflastern mit ausgesucht feinen Huthungsgrasen erhalten, den man auf Feldrainen und Waldrändern wohl überall anrrifft. Er wird in langen Streifen abgestochen und aufgerollt, dann auf den gut präparirten Boden ebenso wieder aufgelegt, mit hölzernen Pritzschen fest geschlagen, etwaige Zwischenräume mit kleineren Stücken auSgestopft, ein wenig gute Gartenerde darüber gestreut, hierauf noch etwas an der erwähnten Grassamenmischung oben aufgcsäet und zuletzt alles gut eingewalzt und angegossen.

Dies gibt mit Sicherheit das gewünschte Resultat und sollte später an ein oder der anderen Stelle der Rasen etwas ausgeben, so ist es hinlänglich, solche Stellen wieder abzuschälen und gegenseitig die Rasen umzuwechseln, um auch beide wieder üppig grünen zu machen. Die spätere gute Behandlung ist jedoch die Hauptsache, ohne welche kein kurzer Rasen lange schön bleiben kann. Er muß nämlich bei nassem Wetter alle acht, bei trockenem alle vierzehn Tage gemäht, und wenigstens ebenso oft gewalzt werden, wobei es zweckmäßig ist, das Walzen dem Hauen vorausgehcn zu lassen, einmal um kleine Steine und Erhöhungen, an denen die Sense hängen bleibt, vorher ein- und niederzudrücken, zweitens um die Streifen, welche die Walze auf dem Rasen zurückläßt und die mehrere Tage sehr schlecht ausse­hen, wieder dmch Mähen vermischen zu lassen. Die gewöhnlichen Kornsensen dienen auch bei dem Gras, jedoch verlangt die Operation größere Hebung und einen sehr gleichen Strich. Auch muß man, um alle stehen bleibenden Grasränder zu vermeiden, jeden Strich zweimal hinauf und herab mähen lassen. Die Morgenstunden, wo der Tbau noch liegt, werden bei trockener Witterung am besten dazu benutzt. Befolgt man diese Borschriften genau, so wird man selten nöthig haben, einzelne Eindring­linge von Blumen oder Kräutern ausstechen zu lassen; sie sterben entweder bald ab, oder haben nie Zeit, zu einer das Ebene des Teppichs störenden Entwickelung zu gelangen.

Es wird vielleicht die Lernbegierigen interessircn, ein zweckmäßiges Recept für Wiesenansäeung zu erhalten; es ist folgendes:

Den Acker, welcher zur Wiese bestimmt ist, lasse man ein oder zwei Jahre vorder mit Hack­früchten bestellen und gebe denselben zu diesem Zwecke in kleinen Tbeilen uneutgeldlich an Leute, die ibn dafür düngen und bearbeiten müssen. Dadurch verschwinden grcßtentheils die Ackerbeete und sonstigen Unebenheiten, namentlich, wenn man die Beete der Quere nach vcrtbeilt und bearbeiten läßt. Nachdem hierauf die ganze Fläche genau untersucht worden, von welcher Beschaffenheit der Bo­den ist, da wir hier selten eine gleiche Fläche von 10 Morgen haben, so lasse mau noch auf die leich­tert » Stellen Lehm und Mergel, auf die schweren Sand und leichteren Ackerboden, auch Composthau- fen von torfiger Erde und Gerberlohe fahren, gleiche mit der Schaufel die ganze Fläche nochmals aus, so daß alle kleine Unebenheiten in die Gruben und Vertiefungen gebracht und Vas ganze Land so her- gestellt wird, daß die Walze überall fassen kann.

Die beste Zeit zum Aussäen des Grassamens hat man im August, auch wohl noch im September befunden, je nachdem es die Witterung zuläßt, doch ist die Saat im August vorzuziehen. Die Vorzü­ge der Aussaat im Sommer sind: 1. Da im Herbst nicht mehr so große Dürre herrscht, als im Früh­ling, so bestockt sich die Pflanze noch vor dem Winter sehr schön und wird stark. 2. Bringen die im Herbst gesäeten Wiesen viel reichlicher und sicherer Samen. 3. Kann man den dazu bestimmten Acker nut Müße, d. h. wenn die Frühlingsarbeiten und andere dringende Geschäfte beendigt sind, ebenen und verbessern, wie man gerade mit Menschen und Zugvieh die beste Zeit und Gelegenheit dazu hat.

Hier, wo der Taglohn lucht gerade zu hoch ist, lasse man das, früher auf die angegebene Weise bestellte und präparirte Land gelegentlich im Juli nach der Quadratruthe umgraben. Sobald Regenwet­ter einfällt und die Schollen halb getrocknet sind, so daß der Boden nicht anklebt, lasse man den Acker mit der Egge einmal lang durchziehen und säe darauf in der Regel folgende Mischung Grassamen:

Englisches Raygras, französisches Raygras, Knaulgras, Wicsenschwingel, Honiggras und Thimo- tbicngras zu gleichen Theilen, und rechne man auf einen Morgen etwa Vt Centner reinen Samen. Gewöhnlich wird der Samen aber zum Selbstgebrauch nicht so rein gemacht, weil es die Arbeit ver­mehrt und wird in diesem Falle das doppelte, bei leichterem Boden auch wohl das Dreifache, genom­men. Der Thimothiengrassamen mischt sich unter die übrigen Sämereien, wegen seines fernen und schweren Korns, nicht gut, daher man zu 10 Pf. von diesem Samen 1 Pf. weißen Klee, 1 Pf. ro- then, 1 Pf. gelben Hopfenklee nimmt und diese Milchling, welche von gleichem schwerem Korn ist, über die schon mit der leichteren Mischung übersäete Fläche später säen läßt. Daun wird die Fläche der Länge und der Quere eingeegt und gewalzt.

Wenn im nächsten Sommer ein großer Theil des Samens reif ist, lasse man denselben mit Rechen oder kleinen Stangen vorher abschlagcn, bevor man die Wiese mähe. Von dem ausgefallnen und aus- geschlagenen Samen geht bei irgend günstiger Witterung der größte Theil auf, wodurch man noch in