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in einem Topfe vor aller Ausdünstung bewahren; weil er sonst von seiner Kraft ausserordentlich verlieret. Frisch gebraucht, ist er wohl am kräftigsten.
In eine Kaffeekanne von zwölf Tassen, in welche drei Loth rechter Kaffee ge- than werden, werden drei Quentchen von dem Rüben- und ein Loch von rechtem Kaffee gethan, und daö Gelrank ist vollkommen so kräftig, als das von drei Loth reinem Kaffee. Ich glaube aber, daß auch hiebei dem Ge sch macke nichts vorzu- schreiben sey; sondern, daß ein jeder die Mischung so manchmal verändern müsse, die er einen Kaffee nach seinem Geschmack erhält. Dies aber ist gewiß, daß sich zwölf Tassm oon drei Quentchen Rüben und einem Loth reinen Kaffee gemacht, als inländischer Kaffee am Geschmacks nicht ver- rathen , wohl gar als guter amerikanischer sich mehr empfehlen. Auch läßt sich der Runkelrübenkaffee, ohne den geringsten Zusatz! von wahrem Kaffee, trinken ; und vielleicht macht er diesen bald ganz unnö- thig.
Schon im Julius kann man mit dem Dörren an der Sonne den Anfang machen. Dieser Kaffee hat keine andere Empfehlung nöthig, als diese, daß er versucht werde; dann empfiehlt er sich selbst, und setzet Wurzeln und Cichorien äusser Gebrauch, sowohl wegen seines bessern Geschmacks , als auch wegen der Größe der Rübe. Die, welche an den inner» Thei- len des Leibes leiden, mögte ich gern auf diesen Kaffee aufmerksam machen. Ich glaube, sie spüren bei dem Gebrauch desselben eine fürtrefliche Wirkung.
Die Engländer rühmen ferner von der Runkelrübe, daß, wenn man sie an dem Orte, wo sie hinqesetzt worden , stehen, und im Winter frieren läßt, sie statt einer Düngung Dienste thun soll.
Der Baden -Durlachische Geheimer- rath Reinhart bemerkt, daß dieses Ge
wächs dasjenige fey, daS er anfänglich unter dem Namen Dickwurzel, oder Dickrüben, gekannt und gezogen habe. Er giebt darüber noch folgende Erläuterungen:
„Es ist eben nicht nöthig sagt er, diese Rüben, gleich dem weissen Kraut (Kappus) zu verpflanzen- Dieses soll man nie näher, als auf drittehalb Schuhe von einander setzen, wenn man rechtschaffene Häupter haben will: aber unsere Tur- nipS ( oder Dickwurzeln) können gar wohl mit anderthalb Schuhen, ja auch mit einer Distanz von 15 Zollen vorlieb nehmen. Die ausgesetzte Pflanzen werden auch nach drei bis vier Wochen, gleich dem Kraute, behacket, aber die Erde wird bei ihnen nicht, sowie bei diesem, üngehaufet, denn es schadet nicht, wenn gleich die Wurzeln über die Erde herauewachsen. Wer sie jedoch anhäufen will, der wird sie damit uicht verderben."
Diesem widerspricht Herr Reinhart jedoch selbst aus einer weitern nachherigen Beobachtung, wenn es heißt: „DasBehacken , gleich dem Kopfkohl, habe ich zwar für unnöthig, aber gleichwohl für unfchäd. lich gehalten. Allein so gewiß es ist, daß das Ausiockern der Erde ihnen wohl thut, eben so richtig ists, daß das Anhäufen der Erde ihnen Schaden bringt. Die Blätter, so man abgebtattet hat, wachsen nicht alle aus dem Herzen nach, sondern es treiben auch deren viel aus derjenigen Stelle aus, wo man die abgeblatteten Blatter abglriss fen hat. Würde man nun die Erde an des Wurzeln hinanhäufen, alsdenn verdürbe man sich diesen Vortheik, und man würde keine anderen, als diejenigen Blätter zu hoffen haben, welche aus dem Herzen wachsen."
In den Heffeneasselischen Anzeigen lese ich folgendes von unserer Dickwurze'l, oder Runkelrübe:
„Daß die unverpflanzten Dickwur. reln größer werden sollten, als die ver- , fttz-


