Nn XXVL 29. Juni. 1799

WWKWWWWMW

D r e Runkelrübe.

Verfolg.

Wer etwa 8 Tage vorher, ehe die, den ausgegraben werden, welches mehren- theils im Oktober geschiehet, sie ein - oder zweimal blattet, da alsdenn die Wurzeln schon ausgewachsen, und zu ihrer völligen Größe gelangt sind/ begeht eben keinen Fehler. * Ein früheres Äbdlatten, beson­ders bei warmer Witterung, könnte hin­gegen deswegen schaden , weil der im Still- siande seyende Saft dadurch zum Blatter,- treiben aufs neue in Bewegung gesetzt wer­den würde, und dieses könnte der Dauer­haftigkeit der Rüben im Winter wirklich nachtheilig seyn.

Man hat wahrgenommen, daß die Kühe, welche diese Blatter geniessen, sehr fette Milch darnach geben. In dec Ge­gend um Mainz herum, wo sie vorzüglich stark gchauel wird, futtert man den gan- zen Winter hindurch die Ochsen, Kühe und Schweine beinahe mit weiter nichts, als mit dieser Rübe. An den zarten Blat­tern der Rübe haben die Menschen eine niedliche Speise, die wegen ihres Wohl­geschmacks einen Vorzug vor andern Ge- müscblattern hat. Sie dienen zum Ge­müse wie Spinat.

Die Wurzel dieser Rübe wird sehr groß und von 2 bis 10, 12, auch 18 Pfund schwer. Alles Vieh , auch sogar das Fe­dervieh, frißt sie gern. Nur allein die Tauben mögen sie nicht. Man bat be­merkt, daß das Vieh sowohl Kartoffeln als gelbe Rüben stehen laßt, und diese Rübe vorziehet. Sie nähret und mästet, und ist dem Lieht gesund. Auch läßt sich die­

ses Gewächs in Kellern und Gruben gut aufbehalten, ohne daß es leicht fault, und pelzig und unschmackhaft wird. Es behalt darin feinen süßen und scharfen Geschmack, der dem Rettiggeschmack ähnlich ist. Zur Menschenkost dienet die Runkelrübe nicht anders, als wenn sie, gleich der rvthen Rübe, abgesotten, und mit dieser in Essig eingemacht wird; oder auch um, wie aus den Karotten, Syrup, oder auch Kaffee daraus zu machen.

Bei der Verfertigung des SyrupS daraus und dem mancherlei Nutzen dessel­ben, halte ich mich hier nicht auf. 9"lur von der Verfertigung deö Kaffees muß ich etwas auführen.

Die Runkelrübe giebt einen wohl­schmeckenden , und wie die Erfahrung ge- lehrt hat, sehr gesunden Kaffee. Wer von gelben Eichorienwurzeln Kaffee zu machen versteht, kann ihn auch von dieser Rübe machen; es wird damit gerade so verfah­ren. Nur muß man sie in kleine Stücke schneiden, weil sie im Brennen völlig so groß wieder werden. Sind sie aber zu groß, so können sie auf der Kaffeemühle nicht gemahlen werden 3 eS scy denn, daß man sie vorher im Mörser zerstoßet. Auch muß man sich beim Dörren in Acht nehmen. Bringt man diese in kleine Stücke geschnit­tene Rübe, gleich in große Hitze, so ver­liert sie den Saft, und so ihre ganze Kraft. Anfangs muß sie langsam gedörret werden. Hat man einen gedörrrten Vorrath, so muß man denselben an einem trockenen Orte aufbewahren , sonst bleibt er nicht trocken. Wer einen gemahlenen Vorrath von diesem Kaffee haben will, muß ihn

in