n 28. Decembr. 1799
Giesser JnkelligeszMtt.
Die Spinne,
Al» die hefte Wetterprophetin, welche die bevorstehende Veränderung des Wetter» mehrere Tage voraus ankündiget.
Verfolg.
Darf man sich auf den hundertjährigen Kalender auch nicht sicher verlassen? Der hundertjährige Kalender ist zwar, das unzählige Abergläubische und Unsinnige, das er enthält, weggerechnet, im. Ganzen nicht zu verwerfen. Aus vieljährigen Beobachtungen haben fleißige Wetterforscher bcstaNiget gefunden, daß dieWitterung, im Ganzen genommen , etwas penodisches habe, da» heißt, daß nach einem gewissen Laufe von Jahren wieder eine ähnliche Witterung einzukretlen pflegt. Auf diesem Grunde ist der hundertjährige Kalender ge- baurt, daß nämlich nach Verlaufe von 7 Jahren, welche durch ? Planeten angezeigt werden, wieder eine ähnliche Witterung zurückkehren werde. Aber wohl gemerkt, der hundertjährige Kalender verkündiget ünS nur dieWitterung im Ganzen genommen , 6. i. wie sie sich nämlich auf einen großen Theil des Erdkreise» bezieht. Wie da» Wetter eines ganzen Jahrs, oder auch' nur eines Monats in einer einzelnen Gegend eines Landes seyn wird, kann der hundertjährige Kalender eben so wenig Vorau» sagen, als jeder andere neue Kalender, aus Ursachen, die ich schon angeführt habe. .
Der Barometer ist in Hinsicht auf Wetter - Voraussagungen eben nicht siche-, rer, als der Kalender. Ist es denn die' nächste Bestimmung des Bolometers, daß er uni die bevorstehende Witterung an-
zeige? — Nichts weniger als dies. Dies sagt uns schon das Wort Barometer, wel- rhes aus zwey griechischen Wörtern zusammengesetzt ist, wovon das erste eine Schwere, und das andere rin Maa», folglich beyde zusammen ein Schwerenmaas anzeigen, welches hinreichend beweiset, daß man sich des Barometers Anfangs weit mehr bedienet habe, die Schwere der Luft damit zu messen , als von dem zum voraus Rechenschaft zu gehen, wa» sich in der Luftgegend für Veränderungen ereignen werden. Der Barometer bient also zu nichts weiter, als daß er die Veränderungen in der Schwere unseres Luftkreises anzeigt; und doch zieht man ihn zu Rath, wenn man wissen will, ob man schönes Wetter oder Regen zu erwarten habe! Es ist zwar nicht zu laug- neu, daß in der Natur einiges Verhältnis zwischen den Aenderungen im Gewichte der Luft, und dem heitern oder Regen- wetter herrsche, weil eines sowohl ala'daS andere von der größern oder mindern Menge der Dünste abhangt, die in der Luft zerstreuet schweben. Allein es sind noch so viele andere Nebenursachen in der Natur vorhanden , die in die Veränderung des Gewichtes, der Luft einen Einfluß haben , daß das angeführte Verhältnis keineswegs beständig ist, sondern durch tausend fremde Umstände gestört werden kann. Da« Steigen des Quecksilbers im Barometer ist daher kein untrügliches Vorzeichen der erfolgenden schönen Witterung, wie das Fallen desselben kein untrügliches Merkmal von bevorstehendem Regen ist. Und hat uns nicht der Barometer durch seine Wettervoraussagungen schon öfters hinter- gangkn 3 Wie oft stand dal Quecksilber
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