Ausgabe 
23.11.1799
 
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ii) Die beiden Kommissionen sind noch ferner beauftragt, in der nemlichen Ar- beits- Methode, und Zusammenftimmung diejenigen Veränderungen vorzubereiten, die mit den organischen Einrichtungen der Konstitution vorzunehmen sind, deren Ge­brechen und Unschicklichkeiten die Erfah­rung bewiesen hat.

12) Diese Veränderungen haben einzig und allein den Zweck , die Souverainität des französischen Volkes, die eine und un- Iheilbare Republik, das Volksvertretung»- Sistem, die Eintheilung der Gewalten, die Freiheit, Gleichheit, und das Eigen- thum zu befestigen, zu verbürgen, und un­verletzbar zu heiligen.

13) Die vollziehende Konsular - Kom­mission soll ihnen ihre diesfalsize Meinung vorlegen können

14) Endlich sind beide Kommissionen beauftragt, daö Eivilgeletzbuch zu entwer- fen.

14) Sie sollen ihren Sitz zu Paris in dem Pallast des gesetzgebenden Korps ha­ben , den sie jedoch zur Ratifikation des Friedens oder bei einer großen Gefahr zu-' fammen berufen founen.,

Dies ist das merkwürdige Gesetz, das der Rath der Alten in feiner Sitzung zu St Cloud nach einer geheimen Komit- ge- billiget, und am Ilten bekannt gemacht har.

Merkwürdiger Vorfall frei dieser er­sten Sitzung: Der General Buonaparte kam in die Versammlung; einige Grenadiere des gesetzgebenden Korps giengen ohne Waffen vor ihm her. Kaum war er erschienen, so schrieen mehrere :Rieder mit dem Dik­tator!^ Buonaparte trat gleich zurück, und der Lärm in der Versammlung ward so groß, daß mehrere Glieder ausriefen : Man könne nicht mehr derakhschlaqen; es exi- stire kein gesetzgebendes Korps mehr, weil kluge und unpartheiifche Männer nicht zum Sprechen kommen könnten , und weil die Derschwornm die Stimme der wahren

Freunde der Republik übertaubten." Ei­nige Deputirken waren mit Dolchen und Pistolen auf Buonaparte losgigangkn; al­lein die Grenadiere stellten sich vm ihn her, und deckten ihn. Buonaparte'» Bruder wak gerade Präsident. Er blieb lange bedeckt, und ruhig ; als er ober endlich sah, daß man auch ihm an'S Leben wollte, dankte er ab, und erklärte, daß er nicht langer den Vorsiß bei Menschen haben wolle, die statt der Gesetze ihre Dolche geltend mach­ten. Der Gen Buonaparte, der die Ge­fahr erfuhr, in welcher sein Bruder war, schickte den Gen. Murat an der Spitze ei­niger Grenadiere, um ihn aus der Ver­sammlung zu holen. Er kam auch, und machte den Truppsn im Hofe die Gefahr bekannt, die über ihm geschwebt habe. Die Soldaten wurden unwillig und schrieen: Nieder mit den Faktionisten! Es lebe die Republik und Buonaparte!

Gen. Buonaparte war zweimal im Rath der Alten , dem er bekannt machte, daß man ihm mitten in der Versammlung der 500 nach dem Leben gestrebt habe. Er sagte frei heraus, daß wenn , vom Aus­lände bezahlte Redner sich deigehen liessen, ihn äusser dem Gesetz zu erklären , wie dies geschehen sey , so würde er an seine Waffen­brüder appelliren, die so manchen Gefah­ren nicht deswegen mit ihm getrotzt halten, um als Opfer einiger niederträchtigen Gauk­ler zu fallen, die bessere Patrioten, als die zu seyn glaubten, die in mehreren Welt- theilkn ihr Blut verspritzt hätten.

18 Deputirte, die den Dolch gegen Buonaparte gehoben haben, sollen arre- tirt worden, und General Jourdan, Arena, und Brivt, die Bekanntesten seyn.

Gotresdiensk am 24. Novembr.

In der St. Paneratiuskirche. Mor­gens Herr Superintendent Bechtold. Nach­mittags Herr Superintendent Müller.

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