Ausgabe 
23.2.1799
 
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Nr. vill. . 23. Februar. 179»-

Giesser JnkelligenzVlstk.

Von der römischen Beere oder vom Mangold.

Verfol g.

Der Verlust, den das Aufschießen eini- ger Pflanzen veranlaßt, kann eben in keine Rechnung kommen, da man deren Abgang durch große Pflanzen leicht ersetzen, oder auch, mehrerer Vorsicht halber, etwas dichter pflanzen, und sie nachgehendsweit- lauftig genug verziehen kann. Wer aber eben keine Absicht auf das Viehfutter da. bei hat, der thut am besten, wenn er die Körner im April legt, unv davon, wenn sie aufgeganqen sind, und sechs bis acht Blätter haben, seine Pflanzung verrichtet.

Don dem Gebrauch der Beete in der Küche

Die Beete dient dem Menschen zur Speise, wenn sie gleich tür ihn im Som­mer von keinem sonderlichen Gebrauche ist, weil es um solche Zeit nicht an bes­sern Früchten , an Erbsen, Bohnen, Sal» tat, Rüben u. s. w. fehlt. Selbst die Rip­pen der neuen Beete, welche sich rote Ar- tischoken zubereiten lassen, werden wenig bedeuten. Ist aber jemand so glücklich, sie durch den Winter zu bringen, so sind die arünen Blatter für die Küche von großem Werthe, die Rippen jedoch von den alten «roßen Blättern von gar keinem Nutzen, weil sie entweder erfrieren und verfaulen, oder doch von dem Froste ganz welk und saftlos werden. Die Blatter machen so wenig lang als kurz geschärft oder gehackt, für sich allein für jeden Menschen ein gu­tes Gemüse aus, vielmehr greifen sie die Halme sehr an , und verursachen manchem auch wohl gmnflt reibschmerzen. Allein

mit Spinat und Kohl, ober mit einem von beiden vermischt, sind sie sehr ange­nehm zu essen. Der Spinat , der bet manchen Menschen wegen feiner Weich­lichkeit eben keinen Beifall findet, wird durch die Vermischung mit der Beete ein trefilches Gericht.

Der Verfolg künftig.

Nachricht.

Königs. Churfürstl. Iustizkanzlek zu Hannover findet in mehrern, zum Theil noch jezt bei derselben anhängigen Crimi- naluntersuchungen Anlaß, dasnegociirende Publieum sowohl, als das Institut der öffentlichen Posten, vor einer zu deren größtem Nachtheil von listigen und gewand­ten Böferoichtern feit einigen Jahren in und äusser Deutschland handwerksmasig verüb­ten diebischen und complicirten Betrugs- art zu warnen, deren Hauptumstände in Folgendem übereintrofen. Einer von zweien oder mehrern reisenden Betrügern, die sich für reelle Handelsleute ausgaben, oft Han­delsartikel mit sich führten, und vorhaben­den Einkauf und Handelsspeculationen vor» schüzten, begab sich zu dem Kaufmann ei­nes fremden Orts, welchen man hinterge­hen wollte, erhandelte unter erdichteter Firma und Wohnstadt, jedoch mit aller kaufmännischen Vorsicht, Genauigkeit und Sachkenntniß, Waaren für beträchtliche Summen, zahlte darauf, um allen Ver­dacht zu entfernen, mehr oder weniger, jedoch nur eine gegen den Kaufschilling un- verhältnismäsige Kleinigkeit in Abschlag, oder erlegte bloS eine angemessene Summe Veldes bcar für Porto und Emballage, in­dem er mit dem Verkäufer wegen Bezah­lung