Nr. XXV. -2. Juni. >79?.

Giesser JnkelligeiiMatk.

Fortsetzung von Syrien.

Tabor. Ein isolirter Berg in der Ebene Eedrelon. Er hat unten 3 Stun­den im Umfang, seine Höhe beträgt eine Stunde. Die Bäume mit denen er be> wachsen ist, stnd meistens Eichen. Zwi­schen ihnen blühen Blumen und würzige trauter mancherlei Art säst das ganze Jahr. Oben endigt er sich in eine kleine ltebiiche Flache, aufwelcherniedrigesGebüsch steht. An die Trümmer eines ehemaligen festen Klosters und Kastel- sind die Wohnungen einiger armen Leute gebaut, denen das dar­auf wachsende wilde Korn zur Nahrung dient. Seine Walder enthalten eine Menge Wildprät und Geflügel.

Alle diese Berge waren ehemals an­gebaut und können es wieder werden.

Der einzige grose Fluß Palästinas ist der Jordan. Er entspringt aus dem See Phiala , fliest anfangs einige Stunden un­ter der Erde, und kommt dann erst in der Nähe des Berges Hermon bei dem Flecken Paneas aus der Erde hervor. Drei Stun­den weiter bildet er den See Meerom, in dessen Röhrig und Gesträuche Tiger, Leo­parden, Bären und Löwen herbergen Von diesem See fliest der Jordan weiter durch ein felsiges Bette in welchem er sein trü­bes Wasser reinigt, und dem See Gene- saret (.Meer von TiberiaS) der sehr fisch- reich ist, zueilt., Don hieraus geht er in verschiedenen Krümmungen durch die Ebene Al Gaur, und verliert sich endlich lang­sam in jenen grosen See, welcher unter dem Namen des toden Meeres bekannt ist.

Die Ebene in welcher das tode Meer liegt, hat einen mit Salz vermischten wei- fen Sand. Unter dieser Dammerde liegt

Erdpech. Das einzige Kraut auf tiefer Ebene ist: Salzkraut, Salzola Kali. Dec See ist vhngefähr 12 Meilen lang, und z breit. Die Ufer sind mit einem blassen, zuweilen bunten Rohre bewachsen. Hie und da steht ein Apfelbaum. Aber Schlup­wespen stcchen mehrenthcils die Früchte, die sodann vertroknen und innen brandig wer­den. Daraus hat nun der Aberglaube die berühmten Sodomsapfel gemacht. Er sieht sogar noch heut zu Tag die Salzsäule, in welche Lvths Frau metamorphosirt wurde, denn was.sieht man nicht, wenn man se­hen willJa die Araber zeigen sogar den Reisenden noch die Trümmer Sodoms und andrer Städte in dem Meere. Das Wasser des Sees ist rein und durchsichtig, aber sehr salzreich. Seine Schweere gegen die des gemeinen Wassers ist wie 5 4. Durch Derdünsten in der Sonne erhalt man ein schönes Salz. Bewegt der Wind den See, so steigt eine glänzend schwarze leicht zerreibliche Materie vom Grund des Sees m Gestalt groser Halbkugeln auf, welche an der Luft mit Dampf und Getöse zerplatzen. Sie bestehen aus Schwefel und Pech. Man bedient sich dieser Materie zum Verpichen. Ausserdem steigen auch noch eine Art Erdkohlen auf, und in der Mitte des Sees gross Rauchsäulen, welche einen Übeln Geruch verbreiten, und wahr­scheinlich die Ursache von der Unfruchtbar­keit der Gegend sind. Fische welche der Jordan in diesen See führt, sterben plöz- lich darinn, und er führt also mit Recht den Namen: das tode Meer.

Das Llima von Palästina ist im Gan­zen glücklich, der Winter kurz und ohne vielen Schnee. Schon gegen das Ende des