Ausgabe 
20.7.1799
 
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Nr, XXIX» ' 3uhu 1799*

Giesser JittelligenMükt.

Allgemeine, Bauern- unö wltrerungsregeln.

Verfolg.

16. Wenn der Erdboden, oder sonst feuchte und sumpfichte Plätze einen äusser, ordentlichen Geruch von sich geben: so be­deutet es Regen.

Anmrrk. des Herausgebers. Die Ur­sache hi c von wag wohl, unter mehreren die seyn , weil die Ausdünstungen der Erde in einem starkern Aufsteigen sich be­finden, und weit die Schnell- oder Fe­derkraft der untern Luft geringer gewor- den,st, also das Aufsteigen der Dünste erleichtert ist.)

17 Wenn die Enten oder Ganse mit ihren Schnaoeln in den Federn herumsu­chen , sich oft baden, oder o»el gackern: so deulen sie den Regen an.

A.v. H. Es kann seyn, daß die er­leichterte Ausdünstung der Erde, oder die Empfindung einer allzutrocknen Hitze, oder auch'die Elektrizität der Luft, auf die Nerven der Thiere, und ihre thierische Elektrizität zu der Zeit vorschlagend würkt.)

18. Wenn, nach dem Regen ein kal­ter Wind bläset: so bedeutet es noch mehr ^^A d. H. Der Wind, aus welcher Weltaegend er blaset, muß hier wohl ge.- werkt werden. Meistentheils zeigt em starker Wind, nach einem Gewitter oder Regen, an, daß das Gleichgewicht der ruft, und ihre Federkraft, durchemevor- berqegangene Naturerscheinung scy unter­brochen worden. Auf Regen erfolgende fühle Nord - Ostwinde, bedeuten gewiß et- nen anhaltenden Regen.)

19. Wenn die Flamme der Lampen deS Nachte anfänqt zu spritzen, oder am Dochte sogenannte Röschen undSchwam- chen entstehen: so giebt es unfreundliches Wetter. , . ,

A d H. Zum voraus gesetzt, daß an den brennenden Materialien nicht die Schuld liegt, und wolgemerkt, daß die Dünste einer verschlossenen, mit vielen Menschen und ihren Ausdünstungen, oder mit Kranken, erfüllten Stube, nicht die Ursache dazu geben. Niedrige Stuben, auö denen man die frische Luft üu bannt, Stuben , worinnen sich feuchte Sachen be­finden, oder wo man an und in den Offen Wasser, und andere Sachen kocht., ent­halten in ihren verschlossenen Ausdünstuy* gen, selbst die Ursachen.)

20. Wenn die lezten Tage des Hor­nungs , und die ersten zehn Tage des Marz- wonatS meistentheils regnigt sind: so wird es in den Frühlings- und Sommermona­ten eben auch so seyn. Wenn jene Zeit trocken ist: so erfolgt auch ein trcckner Sommer. ,

A. d. H. Ich glaube nicht, daß gerade die angegebene runde Zahl hiezu erforder­lich ist. Es fragt sich auch, ist diese Be­obachtung nach dem alten, oder neuen Kalender angestellt. Die vermuthliche Ur­sache, nwum diese Beobachtung eintreffen soll, liegt theils in der Lage der Erde ge» gen die Sonne, um diese Jahrszeit, in der so nahen Tag - und Nachtgleiche, im Stand des Monds, oder sich in der Erd­nähe, oder Ferne befindet, und sodann darinnen, daß entweder ein regelmäsiger Winter mit Schnee und Frost, wodurch die Dünste der Luft niedergeschlagen wor­den