Ausgabe 
20.4.1799
 
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Nr. XVI. 20. April.' 1799.

Giesser Iuttlligenzvlatt.

Gedanken eines Laien in der Hydraulik, gelegen; beitlicb der W^branflalken in der Nacbc des 2zren Februars S. J. dazu angefacht.

Verfolg.

Waren damals dem arbeitsamen und kn jedem Nolhfall mit Anstrengung auf Ret­tung Bedacht nehmenden Burger nicht die Hände durch die Franzosen gebunden ge­wesen , es würde diesem Eintritt in die Stadt vorgebogen worden seyn, so wie ihm nachher durch selbige mit Nothgedrungener Genehmigung der Franken, mittelst Ver­stopfung und Verdammung deö Einrisses adhelfliche Maase gegeben wurde.

DaS erlebte andermalige Eindringen der Flulh in die Stadt» geschähe einige Jahre, in welchem, ist dem Gedächtnis entwischt, hernach. Damals gelangte das Wasser zu einer solchen Höhe, daß es eines Orts über die tief gelegene Neuweger Schoor hersirich, in den Wallgraben stürzte, so­fort durch dir Ein- und Aurgerinne des durch die Stadt geleiteten Kanals der durch den Mordkeller ziehenden Antauch und endlich durch die Setzer« undNeuwe- ger grofe Thvrgewölber dergestalt in die Stadt drang , daß ausschliesslich der Strafe von der Lindenbachs-Brükke bis zumKreuz und der sogenannten Stadtpforte, alle übrige Strassen und das Kreuz selbst, mit Nachen befahren werden musten.

Nicht der flüchtige und müssige Zu­schauer unter dem Zusammenlauf vieler Menschen bei androhender Wassersgefahr, noch Achthaber auf das mancherlei fade Geschwätz unter einem solchen Haufen, son­

dern der genaue Beobachter allbenannter ueberschwemmungkn und Beurtheiler der durch solche entstehen könnenden verderbli­chen Folgen, wird sich hierbei die Bemerkung nicht haben entgehen lassen, vielmehr sich überzeugt erachten,

daß, insofern die Vor wasser ei­ner zu befürchtenden Fluth zeitig fort- geschafft werden, nicht ein, derglei­chen Ueberschwemmung der Stadt'von innen gefährlich werden könne, und daß der Chausseebau, so viel auch vor '' und wider dessen Erhöhung gesprochen

werden mag, nichts weniger als eine Hindernis der zeitigen Weqfchaffung der Vorwasser anzusehen om allerwenigsten aber die alleinige Ur­sache der größer» Gefahr ihres Ein­dringens in die Stadt (ep.

.Die nicht auf dem Papier erweisliche niU auf Kunst, sondern auf Erfahruna gestutzte in der natürlichen Lage des Schauplatzes einer solchen Ueberschwem- mung selbst anschauliche Gründe dieser De-' hauptung und cie hinreichende Mittel, bei deren Anwendung man in jedem wieder ein­tret ten den Fall sicher, getrost und ruhig ble.ben könne, will ich nicht technisch 2 sondern in einer jedem meiner Mitbüraer verständigen Sprache dem schlichten ^beife ^Giesser Publikum- vorzulegen mich L streben , und dessen Urtheil überlassen, in w,e weit es meine Angaben als richtig sin. den wird, oder einer damit zu machenden Probe für würdig erachtet. Cen

Gleichgültig dabei ob mir viel we- mg oder kein Beifall zugeklatscht vielleicht meine Arbeit, gar als unberufen,

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