Ausgabe 
19.1.1799
 
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) II (

Man traget kein Bedenken, auf die ver. schiedenen Böden unter dem Dache ein paar lausend Achtel Korn zu bringen, deren Last Vir Balken und Seitenwände zugleich be­drückt , welches ein Geniicht von igoo Eentnel beträgt, da doch die festeste und rngeste Bedeckung der Plattziegel nur 700 Centner beträgt.

Em Vorschlag, zu;verhäten, vaß die Fever» der Mast- gänse nichts von ihrer Güte verlie­ren , sonvern gewinnen.

Man lasse die zum Mästen bestimmten Ganse auf einem geschloffenen Hofe frei umher gehen, sorge dafür, daß es selbi­gen nicht am Wasser zum Saufen und Baden fehlt (zu welchem Ende ein Zuber oder Trog allenfalls eingegraben werden darf,) geb« jeder Ganü fünfmal des Ta­ges, nämlich alle z Stunden so viel Ha­ber, als ein Mann mit der Hand fassen kann, und lasse die Gänse des Abends in einem mit Stroh bestreueten Stall eintrei­ben. In ungefähr z Wochen wird auf jene Art jede Gans, nicht nur eben so fett, sondern viel schmackhafter, wie die in ei­nen Stall eingesperrt gemästeten Gänse seyn, sondern mehr als ndch einmal so viel sehr reine Federn und Daunen wie diese haben. Das fast allgemeine Vorur- Iheil, daß Ganse nicht anders als einge­sperrt gemässer werden könnten, wird je- der widerlegt finden, der nur im Kleinen einen Versuch machen, und zu gleicher Zeit ein paar Gänse in einen Stall einsetzen und im Freyen nach obigem Vorschlagmä­sten will. klebrigen« ist die Methode auf zufällig erlangte Erfahrung gegründet. Da es zu umständlich seyn würde, meh­rere Gänse, jede besonders zu füttern, so wird bemerkt, daß für so viel Gänse als man mästen will, eben so viel Hände voll Haber auSgestreuet werden, wovon alle ge­meinschaftlich fressen, und wie denn im­

mer einige begieriger wie andre sind, so werden diese auch eher wie die andern fett, können mithin früher geschlachtet, und die übrigen denn nach Erfordern, noch etwa- langer gemästet werden.

Lekanntmachttngen.

Des Wilhelm und Johannes Ger- lachs Erben zu Wezlar, besitzen in den Ortschaften Kirch - und Pvhlgöns des mir gnadigst anvertrauten Amts Hüttenbergs, einen jährlichen Kornpacht, welcher nach den Steuerbüchern ersagter Ortschaften, 15 Achtel, 1 Meste, 7 Bescheid beträgt, und nichts als die gewöhnliche Rittersteu­ern abgiebt.

Nachvcme nun die Hälfte davon mit 7 Achtel , 4 Messen , 7 1/2 Gescheit) dem Hermann Simon zu Wezlar gehörig, unb auf ihn, von seiner Mutter, einer gebohw nen Gerlachin, verabfället, meistbietend versteigt werden soll, und dazu Termin auf den 28ten dieses Monats, Morgends 9 Mfyr, im Ort Kirchgöns anberaumt wor­den; so wird dieses hiermit mit dem An­fügen öffentlich bekannt gemacht, daß diejenige, welche darauf zu steigern Lust haben, sich auf gedachten Tag an dem erwähnten Ort einstnden, die nähere Be­dingungen erfahren, -und alsdann mit­bieten können.

Langgöns am 7ten Januar 1799.

Fürst!. Hess Iustizamt daselbst, C. G. v. Zangen.

2) An Giessen wird Anfang Marz 1799, die Bücher-Auction der Kriegerschen Dupletten ihren Anfang nehmen. Der Catalog darüber ist gratis zu haben, und enthält 7000 Bände aus allen Fachern. Wer daselbst Commission zu gebens wil­lens , und sonst keine Bekanntschaft hat, kann sich meiner Addresse^ bedienen , und der redlichsten Besorgung sich versichern.

Lampu s, Notar, publ. in Giessen,