NrJIL 19. S^nuar» 1799»
Giesser Jnkelligenzölakk,
Die Ziegeldächer vor Schlggregen, Schneegestöber und einvringenden Zcnerfunken statt Strohdccken sicher za stellen, nebst einigen Bemerkungen über ^ansöäcker, auch Feuer und Fäulnis abwehrende Mittel.
Verfolg.
Man nimmt ferner F.'achsschrve, Drischt sie , wenn sie ganz trocken sind, und wirft den Hvlzstaubweg, denn eS ist nur um das faserichte Holzwesen und um den saserichten Abfall zu thun, weshalb auch der heedichte Flachs, welcher aus der Breche klumpenweise fällt, in zoll- kleine Stucke zerhackt werden muß. Hievon msscht man beinahe < Achtel unter den feinen mit Kleister vermischten Leimen, recht gleichartig untereinander, und läßt einen Harfen 12 Stunden ruhen , so löset sich alle- zu einer zähen Masse auf. Zum Gebrauch darf diese Masse nicht so steif seyn, daß bei dem Einschmieren oder Eindrücken die Ziegel sich heben, vielweniqer darf sie zu dünne seyn, sonst schrumpft sie zu viel ein, sie muß zur Stärke eines schwachen Brodteigs geknetet werden. Der Maurermeister wird zwar vorgeben, es zöge nicht genug an ; aber er muß vorher die Stellen mit einem Pinsel benetzen. Eine solche Masse von präparirtcm oder seinem Leimen ist zähe und ungemein bindend , daher er auch so'leicht nicht abfällt. Alle Ziegel dehnen sich bei langer Nüsse in etwas auseinander und schrumpfen bei ganz trockner Witterung wieder zusammen, der Leimen thut dieses auch, folglich kommen beide Theile zulezt wieder in die vorige Lage. Der Kalk thut dieses nicht, der Dachziegel bleibt entweder fest
liegen, und leidet Gefahr zu zerspringen, oder er drängt sich los und verursacht offene Ritzen. 3>m Vorschläge, Kalk mit Leimen zu vermischen, als zwei Theile, die gerade von entgegengesetzten Wurkungen sind, ist aus diesem Grunde nicht beizu- pflichten. Indeß kann man auch nicht laugnen, daß feste alte Ziegel , die da- Wasser nicht mehr einsaugen , und selten durch neue ersetzt werden dürfen, in Kalk geschmiert, 40 dis 50 Jahre liegen können. Behält man indessen von dem präparirten Leimen etwas in Vorrath, so kann man mit leichter Mühe einen Ziegelstein, wenn erzur Reparation erforderlich ist, wiederum einschmieren Findet sich in einem Dachziegel ein Spalt oder Loch, wodurch daS Wasser bringt, so kann man es mit Flachs- Heede , in heisses Pech oder Oel getunkt, verstopfen.
Wenn man mit blosem Leimen die Fugen eines viereckigten Ofens einschmiert, so fallt er bald ob. Salzwasser verbessert denselben, aber n ährend der Sommerzeit wird dos Eisen dadurch verrostet und tief eingefressen. Nimmt man die Hälfte Leimen und Kleister, mit Asche vermischt, bestreicht die Fugen vorher mit Wasser, und drückt diese' ganz steife Masse in die Fugen, so bleiben dieselben bei aller Hitze ohne Spalten beständig geschlossen. Da Versuche dieses erwiesen haben, so sollten die Maurers von dergleichen Materie einen Vorrath haben. — In Ansehung des Dacheinschmierens ist noch zu bemerken, daß die geklopften und gezupften Kuhhaare besser sind als Flachsscheve. Hat man beide nicht, so vertritt das auf der
Stroh-


