Ausgabe 
17.8.1799
 
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Nr. XXXIII. - ?. August. 1799-

Giesser Jnlelligenzblatt.

Beispiele von allerlei Unglucfsfällen ;nr Beleh­rung und Warnung.

Eine äusserst sonderbare traurige Begeben­heit, die bei einem frohen Gastmahle ganz unerwartet entstand, und der Dame des Hauses das Leben kostete.

In Holland ereignete sich vor etwa 12 Jahren folgendes schreckliche Unglück. In dem Hause eines angesehenen Herrn war eine große Gesellschaft von Freundinnen und Freunden, die da ju Mittag speise- ten. Der Herr des Hauses wollte eine Bouteille Champagner-Wein öffnen, und nahm dazu einen Stopfenjieher, der an einem Sackmeffer befestigt war. Er drehte den Stopfen merklich in die Höhe, undbe- gieng den Fehler, baß er. seine Hand vom Stopfen that, ohne erst wieder den Sto- pfenzieher heraus ju drehen. Der brau­sende Champagner schlug nun auf einmal den Stopfen summt Stopfenzieher mit Gewalt in die Höhe, und im Herunter­fallen fuhr die spitzige Klinge des Sack- wessers, welche zu allem Unglück ausge­stellt war, der neben sitzenden Gattinn so tief in die Brust, daß'die Verwundung tödtlich ward, und die Dame war in Zeit von einer Halden Stunde eine Leiche! Wer hatte wohl je von einer so unbedeu­tenden Sache, al« das Oeffnen einer Bou- teille ist , eine so fürchterliche und so schnell tödtliche Wirkung erwartet? So leicht kann eine auch kleine Unvorsichtigkeit einer an sich nichts bedeutenden Sache eine ',ahe Wendung geben, und die schlimmsten Fol­gen Haden!

Unglück durch Schießpulver.

Im Jahr 1794 im Deeember ereig»' nete sich zu Ostrzocow in Südpreuffen fol­gender unglückliche Vorfall. Bei dem Bür­germeister waren einige 70 Pfund Pulver in tint'm Sacke eingelegt. Er probirte eS auf seiner Stube in Gegenwart seiner Kin­der. Diese streueten in der Abwesen­heit des Vaters reihenweise in der Stube umher, und zündeten es an. Da sie dem Sacke mit dem Pulver ju nahe gekommen waren, so gerieth er in Feuer, zerschmet- terte das Haus und tödtete die beiden Kin­der des Bürgermeisters und noch einen an­dern Knaben. Einer Magd wurden beide Beine zerschmettert, und sie selbst über 200 Fuß weit auf den Kirchhof, und die hoch, schwangere Frau des Bürgermeisters in den Garten geschleudert. Der Bürgermei­ster , der sich in einem Nebenhause befand, wurde bloö durch die Fensterscheiben be­schädigt. ,

Unzählbar sind die Unglücksfälle, die das Schießpulver, dieses überall Zerstör rung und Verderben verbreitende Wesen, so bald es in Flamme gerath, seit seiner Erfindung angerichtet hat. Selbst erwach­sene Personen , die mit Pulver umzuge­hen haben, können bei aller Vorsicht und Behutsamkeit nicht alles Unglück verhüten; wie viel mehr muß man Kinder davor war­nen, das Schießpulver an einem sichern Orte wohl verwahren, und ihnen alle Ge­legenheit benehmen, damit umzugehen, zu schießen, oder Feuerwerke damit zu machen.

Der Erzherzog Le'opold, Palatinos von Ungarn , wollte am u. Julii 1795.

LU