Witt man dir Runkelrüben versetzen, so muß dieses geschehen, sodalddi? Pflänz­chen nur einigermasen Die Größe dazu Ha­den , und ihre Wurzeln ungefähr so dick, wie ein Pfeifensiiel sind. Bei nicht zu spä­ter Aussaat kann daö Verpflanzen schon zu End? des Maimonats geschehen. Sol­len große Pflanzen versetzt werden, so ver- stntzt man die längsten Blätter nebst der Wurzel, weil erstere von der Pflanze doch ernährt werden können, und durch ihr Ver­derben den Untergang der ganzen Pflanze nach sich ziehen würden, letztere aber zum größer werden der Rübe nichts beitragt, daher man sie' auch bei kleinen Pflanzen, wenn sie zu lang ist, auf 4 oder 5 Zoll verkürzen kann.

Man setzt die Pflänzlinge in mit ei­nem Pflanzstocke gemachte gerade Löcher, die eben so weit von einander entfernt sind, wie beim Saamenstecken, drückt die Erde fest an die Pflanzen, und begießt sie mas- siq. Oft lassen die Pflanzen nach der Pflanzung alle Blätter hängen , und ver­lieren solche bis aufs Herzblatt. So lange ein Herzblatt an der Pflanze noch grün ist, ist auch gewiß ihre Wurzel noch gut, sie treibt alsdenn bald neue Blätter, die nicht nur das ganze Feld bedecken, sondern auch in der Folge dergestalt über einander herwachsen, daß kein Fleckchen Erde zu sehen ist.

Sobald die Pflanzen in vollem Wachs- Ihume sind, lockert man die Erde um ih­nen her auf, ohne jedoch selbige anzuyau- fen. Hiermit fährt man so lange fort, wie es die wachsenden Blatter erlauben, und solches der Boden nöthig hat. Die­ses Auflockern des Erdreichs ist eine höchst nothwendige Arbeit, denn es dient zur Vertilgung des Unkrauts, und zur Beför­derung des Wachsthums der Wurzeln.

Beim ersten Behacken werden die Wur­zeln noch nicht aufgeräumt; breiten sich aber die Blätter wehr aus, und wird daß

Auflockkrn zum leztenmal vorgenommen, so räumt man die Erde um die Wurzel so weit weg , daß selbige 2 bis 3 Zoll Über der Erde bloß steht; wodurch derWachsthurv derselben, vorzüglich befördert wird.

Die Engländer rühmen, daß man ein solches Rübenstück wie eine Wiese deS Sommers durch benutzen könne, welches denn auch die Erfahrung bestätigt hat, in­dem sich dieses Gewächs, ohne daß sein WachSthum dadurch verhindert wird, blat­ten läßt, wenn man nur die Herzblätter verschont. Man muß jedoch das Abblat­ten nicht zu früh unternehmen, sondern wenigstens dir Zeit des halben Wuchses abwarten, erst um Barlholomai, damit anfangen, und nur die beiden untersten Blätter mit gehöriger Vorsicht von fleder Pflanze abnehmen.

Die Runkelrübenblatter erhalten sich, wenn sie an einem luftigen Orte nicht zu dicke und fest auf einander geschüttet wer­den ,.ziemlich lange gut Bei einem grö- ßern Vorrath, als man in etwa 14 Ta­gen verfuttern kann, ist es rathfam, solche mit Salz, wie sauren Kohl, in Tonnen, ausgemauerten oder ausgedielten Gruben einzumachen , und sie so den Winter über, wo dem Viehe nur trocknes Futter gege­ben werden kann, zu verfuttern.

Fortsezzung folgt.

Bekanntmachung.

Den 8ten Iulii h. a. wird zu Frank­furt a. M. eine ansehnliche Sammlung von Büchern aus allen Fächern der Wissenschaf, ten, vorzüglich aus dem Fache der RechlS- gelehrfamkeit, öffentlich versteigert. Auf, serdem zeichnet sich dieselbe durch schätzbare Ausgaben von Klassikern und Kirchenvä­tern aus. Kataloge sind in der Heyeri« scheu Buchhandlung zu haben.

Gottesdienst am 16. Jam.

In der St. Pancratiuskirche. Mor-

Lens