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Nr*u i4.Decembr. »79-

Giesser Jnkelligenzvlatk.

Att das Direktorium der Zranzösiscken Republik, von Johann Caspar La- varer.

Verfolg.

Ihr sprächet von nicht- al- von Be­freiung, und untersochtel auf alle Weise. Könnt ihrs lgugnen? Eure Worte musten uns als Gebote gelten ; eure Räthe wa­ren Despotenbefehie. So ward uns nie geboten, da wir, eurer unwahrhaften Sage nach, Sclaven waren. So musten wir nie blindlings gehorchen, wie, da wir nun, eurer Sage nach, frei sind. Wer hat die Stirn, das zu läuqnen?

Ich bewundere die Constitution, die ihr unsaufdranget, abgerechnet einige Sv' löcismen, die auf Nichtkenntniß unserer Lage sich gründen, als ein Meisterstück de» menschlichen Genies, als ein ehrwürdige» Monument großer Politik; ich glaube, man kann für gesittetere .Menschen nichts Erhabeneres ausdenken; aber ich verab­scheue die Mittel, mit welchen ihr sie for­dertet, gebotet, aufdranget. Dies ist dei­ner unwürdig, große Nation! Dies ist dei­nen allenthalben affichierten Grundsätzen schnurstracks zuwider. Oben an jedem De­krete Freiheit; auf demselben Blatt: der Obergeneral befiehlt, was folgt, mit sol­chen und solchen Drohungen. Du selbst, Nation, mußt selbst, deine billigen Füh­rer müssen, beim geringsten Nachdenken, in meinen Abscheu mit einstimmen. Zehn tausend deiner treuesten Vaterlandssöhne müssen sagen, und sagen es wirklich vor unfern Ohren:man geht infam mit der Schweiz um.1'

Infam, welch ein Wort in dem Munde einrs gesitteten Menschen! Das Wort ist

nicht so schlimm, al- die Handel-weise, welche es bezeichnet. Ich weiß nicht, was mich abhalten soll, ein so gesetzwidrige», so inhumane-, so despotisches Betragen mit feinem wabren Namen zu nennen. Infamie ist das gelindeste Wort, was ich finden kann; oder wie würdet ihr'-nennen, Franken , wenn wir die Mächtigern waren, und euch, die Schwächer«, so behandeln würden? Eure Beredsamkeit würde euch wohl noch ein' kräftigere», bezeichnendere- Wort finden lassen.

O Franken, große Nation, Volk ohne seines gleichen! du fühlst es, wer hat mehr Gefühl als du? Wir arme Schwei­zer wären nicht da , wo wir sind, wäre mein Vaterland kühn genug gewesen, die volle, runde Sprache der Wahrheit frü­her, oder vor den Ohren von ganz Eu­ropa zu sprechen. Frankennation! du hattest dich gescheut, gegen eine alte Bun­desschwester so treulos zu handeln, wie du handeltest, du hattest dir nie erlaubt, mit dem heiligen Wort Freiheit ein so gewissen­loses Spiel zu treiben. Hätte Religion, hatte Tugend, hätte Gerechtigkeit keine Gewalt mehr über dich gehabt, Ehrliebe hätte dich zurückhalten können.

Doch dies ist nicht die einzige Schuld, welche, Gott weiß, deine Führer auf ih­rem Gewissen haben. Nachdem die Ueber- macht der Fränkischen Truppen, gegen alle- Völkerrechr , ohne förmliche begründete Kriegserklärung, beider herrschenden Con­fusion und Zwietracht, die von irgend ei­nem Irrführer der Fränkischen Republik gesiissentlich anqesponnen scheinen könnte, B-rn, Freiburg, Solothurn, unterjochte, plünderte, aussvg; was thgt diese große

Nation,