— ) 59 ( —
Durchschnitte eines Menschenalters genommen, war das vierte Jahr ein gefahrvolles in Ansehung einer solchen Jnundation und wird es, in sofern da» Neuweger Glacis , oder sogenannte Schvor, von dem Schlag bis zum Gansakker nicht erhöhet wird, immerfort bleiben.
Ee schweben gegenwärtig mehrere sehr gross Ueberschwemmungen , welche zwar die höchste Gefahr droheten, aber glücklich ob» gewandt wurden, in meinem Gedächtnis. Unter diesen waren nur zwei, welchewirk- lich eindrangen und die Straffen der Stadt schiffbar machten. Die erstere von diesen beiden entstand im, siebenjährigen Kriege. Die Königl. Französische Besatzung, unter den Befehlen des Generals Blaissl, hatte die Festung nicht nur mit neuen Auf- fenwerken versehen und solche stark verpa- lisadirt, sondern wollten auch ihre Zugänge durch Unterwassersetzung derselben, mittelst einer kostbaren Schleuse und Damme hinter der Siechbrükke, sichern. Sie schwellten hiermit den Bach, die Wieffek, zu einer ungemeinen Hohe, doch war solche nicht hinreichend, die Schoor zu überfiuthen. Der lange fast dreijährige hohe Stand des Waffers und Widerlaqe gegen die Schoor in Verbindung der Windstöße, welche das Wasser gegen und auf die Schoorund wieder davon spülten, erweichten dergcstalten einige Platze der genannten Schoor, daß solche endlich zwischendem Wall - undNeuweger-Thor einen Riß bekam, durch diesen die Fluth in den Wallgraben — sofort durch die Schieescharten der Stadtmauer in den Zwinger — und aus diesem zur Stadt drang.
Der Verfolg künftig.
Bekanntmachung von verschiedenen Sachen.
i) Nachdem- der Burger und Perus kenmacher Hcssich freiwillig entschlossen ist, sein in der Sonne neben Schuhmacher
Hoch stehendes Wohnhaus, sodann die in der Schäferei stehende Scheuer, öffentlich an den Meistbietenden verstreichen zu lassen, wozu Termin auf Montag den 22ten dieses, Nachmittags z Uhr, in des Herrn Waldinspektor Wormsers Behausung anbe- räumet worden, als wird solches hierdurch bekannt gemacht. Giessen den 8ten April 1799-
Furstl. H?ff Oberamt daselbst. Rayß.
4) Dienstags den 2zten dieses, Nachmittags zUhr, soll in des Herrn Raths- schoff Ferbers Behausung auf dem Markt, das Wohnhaus des Schuhmacher Jungs auf dem Kirchenplatz, neben Büchsenmacher Wittmann und Hrn. Secretarius^Fa- brr, sodann r/2 Morgen, 2y Rut. 6 ed). Garten am Nahrungeberg, neben Kaspar Kellers Erben, freiwillig öffentlich an den Meistbietenden verstrichen werden, welches hierdurch zur Nachricht bekannt gemacht wird. Giessen den uten April 1799.
Fürstl. Hess. Oberamt das. Rayß.
3) Dienstegs den l6ten dieses, Nachmittags halb 2 Uhr, soll in der Wohnung des verstorbenen Herrn Obristlieut. Hahns Sikberwerk, Zinn, Kupfer, Messing, Brts tung und Holzwerk, öffentlich an den Meistbietenden gegen baare Zahlung verstrichen werden. Liebhaber dazu können sich um die bestimmte Zeit daselbst einfinden. Giessen den gten April 1799.
Fürstl. Hess. GarnisonSgericht das.
Gottesdienst am 14. April.
In der St. Pancratiurkirche. Mor» gens Herr Superintendent Müller. Nachmittags Herr Stipendiatenmajor Diehl.
In der Durqkirche. Morgens Herr Pfarrer Buff. Nachmittags Herr Magister Diefenbach.
Mor-


