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wahrscheinlich, wenn man Alles in Rech­nung bringt.

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Gedanken

eines Laien in der Hydraulik, gelegen- heitlick der wehranstalten in Oer Nackt des 2zren Februars d. I. dazu angefachr.

Eine besondere Beherzigung solcher Manner, welche Vaterlandsliebe beseelt, wenn gleich nicht Stolz auf Kunst ihre Brust bäumt, verdienet der traurige Um­stand für die Lage der Stadt Giessen, daß selbige fast alljährlich im Früh - und Spat«- jahr auch zuweilen mitten im Sommer Lurch Gewitter, welche hier zwischen den die Stadt umzingelnden Gebürgen sich an­haltender und steter, als in einer ausge- breiteten Ebene verweilen, durch Jnunda- tionen heimgesucht wird.

Letztere drohen der Stadt inwendig in ihren Mauren , gar keine und die mitt" ler? wenige Gefahr.

Desto mehr aber führen ersterwähnte letztere ihrer Gemarkung, in Ansehung der darinnen gebauten Feldern , jedeemal ei­nen offenbaren Schaden, hier mehr, dort weniger, nach sich.

Em Beispiel dieser Behauptung,liefert, insofern mein Gedächtnis treu geblieben, ei­nes der Jahre 1750 1751. oder 1753, in welchem am zweiten Pfingsttage durch meh­rere hier und im Vogelsberg pldtzlich auf­einander erfolgte Wolkenbrüche binnen drei Stunden eine Ueberschwemmung entstand, welche bis ohngefähr zwölf FuS Entfer­nung gegen das Neuweger Gatter anspülte.

Nach diesem Maas überdenke man sich die erreichte Höhe dieser Ueberschwemmung

Vergeblich läutete man zur damaligen Defperpredigt. Statt zum Tempel, eilte

' Jedermann vor das Neuweger Thor und überschaute (auf gut Oesterreichisch gespro­chen,) das hier Ort» ungewöhnliche Na­turereignis.

So schnell aber als dieses Schauspiel sich einsteüte, eben so geschwind verlohr sich dasselbe wieder, ließ ober überall Spuren öer Verwüstung in Ueberschlämmungen der Saat, Einreissen, Ad- und Beitragung von und an besaamten und nicht be- saamten Feldern , wie auch durch die Fäul- nie der in ihrem vollen Flor stehenden Ve- getabil-en einen unsere Atmosphäre invisci- renden unleidlichen Geruch hinter sich.

So viel nachher Fälle dieser Art ein­traten , eben so vielzähliq waren solche an sich selbst und in ihren Folgen jedesmal ver­schieden. Ich ward deshalb nachher in meinen gegen dieses liebel überschlagenen VorbeugungSmilteln irre geführt, und zu, lezt ermüdete, oder scheiterte mein Nach­sinnen , der zu großen Mannigfaltigkeit und Durchkreuzung jedesmaliger anderen Zwi­schenfällen wegen, darüber ganz.

Ich überschlage daher sowohl ldiescn letzteren als auch den zweiten Fall und wende mich zu den ersten gewöhnlich im Frühjahr entstehenden Fluthen, welchen gemeiniglich die Drohung m die Stadt ein­zudringen, sohin dem Einwohner eine jäh­rige Erndte in Kellern und Ställen zu zer­nichten, den Hülfeleistungen der Kranken und Greisenden den Zugang zu verram­meln, das Armuth ohne Rettung auf die äusserste Stufe zu wrrffen und die Verrin­gerung des sonst so herrlichen ViehstandeS der Burger entweder durch den Hunger- oder den menschlichen Tod des Ersaufens eigen ist.

Jedes Frühjahr, manchmal früher, zuweilen später, hat man hiesigen Orts eine dergleichen Ueberschwemmung in geringerem oder größeren Maase zu erwarten, Im

Durch-