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Gresser Jrrkelltgenzblatk.
Beispiele von allerlei Unglücksfällen zur Belehrung und Warnung.
Ein besonderes Unglück -ei einem Brande.
In Mannheim kam vor etrva 24Jahren im Gasthause zum Pstug Feuer aus, und zwar im Schornstein. In solchen Fällen zeigen sich die Schornsteinfeger immer dienstwillig, bedecken die Oeffnung der Schornsteins mit Mist, stellen sich darauf, und fahren so durch den Schorn-, stein herunter, wodurch dann dar Feuer , schnell gelöscht wird. Auch bei diesem Brande in Mannheim erbot sich sogleich ein Schornsteinfeger, dar Feuer auf solche Art zu löschen. Der Schornstein ward schleunigst mit Mist belegt, der Schornsteinfeger fuhr hinein, kam aber unten in der Küche nicht heraus. Alles wollte diesem Manne zu Hülfe eilen; man unter- suchte warum er rucht durchdringen könnte, und fand, daß zu allem Unglück der Weg Durch den Schornstein mit einigen dünnen Stangen, welche zum Dörrendes Fleisches angebracht, gesperrt war. Jedermann suchte nun schleunigst zu helfen; allein die Hülfe kam zu spat. Der gute Mensch war schon todt, war schon ganz gebraten und verbrannt, hatte also eines äusserst elenden Todes sterben müssen.
Unglück von verbräunen mit Farben bemalten Zgnnplanken.
Ein Gärtner nahm dasjenige Holz, fp von einem alten Gartenzaune abgebro- khen worden, welcher mit einem Bley- stosse, es fey nun Mennig oder Bleyweiß, angesttichen gewesen, und heitzle damit seb-
tien Backofen ein. ES soll sich ober der giftige Bleydampf so in den Ofrn gezogen haben , daß er hernach in das warme Brod, welches gerne alles mögliche anzieht, gezogen worden, so daß neun Personen, welche von diesem Brode, nachdem eö erkaltet, gegessen haben, die schwersten Zufälle davon bekommen, und zwey von diesen , ehe man auf die Ursache dieser Wirkung gekommen, elend umkommen müssen; da die übrigen sieben endlich, nachdem man die Ursache von einem Bley- gifte an den Zufallen erkannte, mit vieler Mühe errettet und beim Leben erhalten wurden.
Das nämliche Unglück von bemalten hölzernen Bildern.
Ungefahr vor 25 bis 30 Jahren geschah es, daß in einer kleinen Stadt des katholischen DeutschlandeS, auf Befehl eines eben an die Regierung gelangten aufgeklärten Fürsten, die sogenannte Char- freitagS-Procession völlig eingestellt werden mußte. Bei solchen Processionen war eS üblich, allerlei bemalte hötzerne Figuren oder Bilder mitzutragm, welche die wichtigsten Personen des alten und neuen Testaments vorstellten. Da dieses dem Fürsten bekannt war, so fügte er den Befehl -ei, alle diese nunmehr überflüssigen Bilder zu verbrennen.
So ungern dieses auch die Untertha- nen sahen, so gehorsam willigte der wackere Pfarrer des Städtchens ein, und gab seinem Schullehrer Befehl, olle zur CharfreitagS - Procession gehörigen Bilder zu verbrennen. Der Schullehrer war ein Mann, der alles nach seinem Vortheil berechnete,


