mit Lächeln einer Göttlichen halb träumend noch entschlüpfte, und hin zu ihrem schlafenden

Gebieter, tanzend hüpfte.

Kein Wunder daß man hier da- Paradies sucht, und den Schauplaz so mancher Sce- nen der Patriarchenwelt hieher verlegte. Selbu die Thiere dieses Thales sind be­sonders gros und schön.

Die Stadt Damaschk ist übrigens gros, und zwar von aussen nicht schön, aber das Innere der Häuser desto überra­schender. Man findet darinn die ange­nehmste Reinlichkeit mit der grösten Pracht, die manchen Besitzer 100,000 Duralen ge­kostet hat. In den Zimmern springen Fontainen um die Luft zu erfrischen und durch ihr Plätschern den sinnlichen Türken in Schlummer zu wiegen. Die öffentli­chen Gebäude, deren gegen 220 sind, ge­ben durch ihren prächtigen Bau «nen herr­lichen Anblik. Die sehenswürdigsten Ge­bäude sind, äusser den Moscheen undCof- feehäufern, die Moscheen welche ehemalö die Cuthedralkirche war und Oie Karawan- serai, oder der Spital, worinnen Oie Ka- rawannen einkehren. Die Producte der Gegend der Stadt sind: gute und starke Weine die dem Burgunder gleichen, schö­ne- Obst, besonders vielerlei Sorten Apri­kosen. Die Manufacturen bestehen in baumwollenen Zeugen. Aber die berühm­testen sind 2 Fabrikate, die von der Stadt selbst den Namen haben: Damaste und da- mascirte Klingen. Lezterc beschäftigten einst allein 20,000 Schmidte.

Baalbek (ehemals Heliopolis) hat izt keinen Handel und nur ohngefähr 5000 Einwohner. Aber die präflrligen Trüm­mer aus dem Altertyum sind es, welche Reisende von den ausgezeichnetesten Ta­lenten, einen wsod, Darwkins hieher lokten, und die es verdienten: auch den Europäern in den eben so prächtigen Ku-

) 90 ( *- pferstichen der Ruins of Balbec anschau» lich gemacht zu werden. Aber diese herr­lichen Trümmer werden oft zu den elenden Gebäuden der Stadt gemisbraucht.

In diesem Gouvernement liegt nun auch das ehemalige gelobte Land. Die merkwürdigsten Orte sind:

Jerusalem. Die Häuser sind schlecht, fast alle von Lehmen gebaut, die Strassen enge, uneben , nur wenige sind gepflastert, die Festungswerke verfallen. Ihr Wasser ist bloü Cisternenwasser. Sie ist von weit geringerer Gröse als ehemals, hat wenige Einwohner und fast gar keinen Handel. Aber die Einfalt der Pilgrime macht diese Siadt reich. Die Lokspeise sind die hcil'gen Alterkhümer. Unter diese gehört die Kirche des heiligen Grades, die eigentlich aus 3 Kirchen besteht. Aber der ganze Calva- rienberg ist ein Werk des frommen Betrugs, denn er ist ein künstlicher Felsen , der auf Pfeilern ruht. Die Politik machte es den Pilgrimen bequem , und suchte alle in der Leidensgeschichte Christi merkwürdige Srek. len um Jerusalem hübsch nahe zusammen zu bringen. Man zeigt der Einfalt hier den Mittelpunkt der Erde, u;io die» ist ganz richtig denn der ist hier, west er überall ist, ferner den Hirnschadel Adams, das heilige Feuer das vom Himmel gefallen ist, Vas heilige Grab mit einer Kapelle darauf, die Schedelstätle. Das prächtigste dieser aus z Kirchen erbauten Kirche, ist der un­geheure <L>chaz, an Schmuk, goldnenund silbernen Gerathen, Perlen und Edelstei- nrn, wovon der gröste Theil gegen den Geiz der Türken in unterirrdischen Gewöl­ben liegt, izt aber wahrschstnlich einen Er­löser gefunden hat. Billig ist es denn auch, daß man die Zeigunq solcher Alterthumer bezahlt. Zwei Ianitscharen halten Wache. Das erstemal zahlt man 24 Piaster, jedes andremal ein freiwilliges Geschenk, ohne welches man jedoch nicht eingelassen wird. Ueberdies ist die ganze Kirche an die Chri­sten