Ausgabe 
7.12.1799
 
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haft finden. D?r Gedanke war schön und groß: aber fordern konnte sie er nicht; that sie es, so handelte sie wider das Völ­kerrecht , that sie es mit Drohungen und den Waffen in den Händen, so that sieeS als Tyrannin. Es könnte jeder Nation, welche es seyn mag , ein fallen, es ist gut alle Republiken zu stürzen, allenthalben Monarchien Einem Oberhaupte zu unter­werfen , alfofiat, ich habe Gewalt zu treu» zigen und ledig zu lassen Wo ist der Un- weise , der das Rechtswidrige solcher Ma­ximen nicht einsehe? Wo ist der Gerechte, der solche Maximen in sich aufnedme?

Es ist ein Gesetz geschrieben in aller Menschen Brust, so alt als die Welt, so heilig als die Menschheit: Was du nicht willst, das andere dir thun, das thue auch ihnen nicht. Keine Macht kann dieses Ge­setz vernichten. Man giebt kein Recht. Hunderttausend Bewaffnete sind nicht ein Grund für die Vernunft, daß etwas un­gerechtes gerecht fey. Frankreich hatte kein Recht, als das Tyrannenrecht der Stär­kern, in Helvetien einzuvringen, um, wie es sagte, die Aristokratie zu stürzen. Daß die Aristokratie gestürzt ist. kann ein gro­ßes Glück, kann die Erfüllung des Wun­sches vieler Edlen gewesen seyn ; aber wenn ein Straffenräuber einen Menschen um- beinqt, der uns drückt, ist deswegen der Straffenräuber weniger Straffenräuber? Ihr Franken kämet als Räuber, als Ty­rannen in die Schweiz, ihr führet Krieg wider ein Land, das euch nie beleidigte. Waren, ich weiß eS nicht, einzelne, die widerrechtlich euch beleidigten, so konntet ihr von diesen Einzelilen erst beweisen, daß sie beleidigten, dann Genuqtbnunq for­dern Von d-r Nation die als solche euch nichts in den Weg legte, konntet ihr ohne schreiende Ungerechtigkeit keine fordern ,

Als Räuber führtet ihr die Schatze, die euch n'cht gehörten, von den besiegten Städten, besonders von Bern, fort: ihr

bestählet, indem ihr dies thatet, dar? ganze unschuldige Helvetien; das Helvetien, das ihr zu einer unteilbaren Republik, dessen Schätze ihr zu einem Nationalschatz zu ma­chen für gut fandet, ihr nähmet Helve­tien einen großen Theil seiner Kraft. Ihr befreitet es von den Mitteln, sich frei zu erhalten. (Der Verfolg künftig.)

Bekanntmachung von verschiedene» Sachen.

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2) Verschiedene Almanache und Ta-» schenkalender mit Kupfern, aufs Jahr 1800., nebst schönen mit Gold gesiikten, in Seide geprägten und fein gemalten Neu­jahrwünschen, auch feint holländische geglät­tete Pappdeckel, alle Schreibmaterialien, und Visitenbilletö, sind zu bekommen bei

Buchbinder B a l se r, auf dem Markt.

Gottesdienst am 8- Decembr. *

In der St. Pancratiuskirche. Mor­gens Herr Superintendent Bechtold. Nach­mittags Herr Superintendent Müller.

In Der Burgtirche. Morgens Herr Pfarrer Buff Nachmittags Herr Supe­rintendent Schulz.

Morgen den 8 Dec. hat das Frisch­backen der Beckermeister Kammerer, auf dem Markt F

Ein- nnd A aspasstrte.

Am 28.Nov. Hr Pfarrer Schumann nebst dessen Sohn, aus Bechtheim, log. im Einhorn.

Am