Ausgabe 
2.2.1799
 
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kvabrschemkich, daß wenn anfänglich der größte Theik des Februare gelinde gewe­sen ist, die Fröste nachkommen, denn wenn \t eine Jahreszeit ihre Rechte zu be­haupten strebt, so ist gewiß der Winter. Hat es aber beständig bis Matlhiä hin starr gefroren: so hat man nachher gelin­des Wetter zu hoffen. Wie die Witterung in den lezten Fastnachtetagen ist, so soll solche auch in den Ostertagen seyn. Wenn die Sonne am Fastnachtsdienstage schön «ufgeht, so soll die Frühsaat wohl gedei­hen , und wenn sie an diesem Tage frisch hervorgeht , soll es eine künftige trockene Erndte geben. Wenn die Fastnacht gut Wetter hat, sollen die Erbsen wohl gera­den. So sind ferner die Tage: Fabian Sebastian, Gertraud, Markus, Urban, Siebenschläfer, Kilian, Lgidi, nicht alle­zeit zugetroffen. Denn sobald eine Be­merkung nicht beständig ihre Wahrheit bt. Evkißt, so ist sich auf selbige nicht zu oer- kaffen. Folglich muß eine zuverlässige Witterungsregel aus den Wirkungen der Natur gefolgert werden.

Thauwetter ereignet sich, wenn Land­lüfte sich /puren lagen, und die Dünste an den Wänden zu frieren anfangen; dies finde ich weiter nicht nöthig zu bestimmen, weil diese Bemerkungen sehr gemein sind, vnd fchon erinnert worden. Doch ist die­se- noch mit beizufügen: ist die Kälte am heftigsten, dann ist Thauwetter unver­meidlich.

Rur;e Nachricht r>on den öffentlichen und Privatspielen der alten Deutschen, und ihrer da bei sich auszeichnenden Treue und Redlichkeit; nach Sem Tacitus.

Nach der Uebersetzung:

Sie haben nur ein einziges, und bei allen Zusammenkünften das nämliche Schau-- fisiel. Nackte Jünglinge, die dieses Spiel

mttwachen, formen zwischen bloßen Schwerstem und gegen sie gekehrten Lan­zen herum. Hebung brachte es zur Kunst, und dte Kunst zum Anstande, doch nicht um Gewinn, oder ums Lohn. Nur daS Vergnügen der Zuschauer ist der Breiß ib- res kühnen Spielwerks. 9

Das Würfelspiel treiben sie (welches zu verwundern ist,) nüchtern unter ernst­haften Geschäften, und wagen so rasend, daß sie, wenn alles verlohren ist, auf den einzigen und lezten Wurf ihre Freiheit und Person setzen. Der Verspieler geht freiwillig in die Knechtschaft, laßt sich bin­den und feffeln, ob er gleich junger und starker ist. So hartnäckig sind sie in ei­ner bösen Sache. Sie nennen Wort halten. Sklaven dieser Art verkaufen sie äusser Landes, um sich der Schande dieses Sieges zu entledigen.

Die Spiele der alten Deutschen, wie sie uns Tacitus erzählt, waren ihren Neis gungen, dem Grade ihrer Kultur und Le­bensart angemessen. Die Neigung zu den Leibesübungen findet sich insgemein nur bei starken, Plomben, barbarischen oder kriegerischen Volkern. Die Wilden, zu 'Llrapatzen abgehärtet, ohne Beschäfti. gungen, wozu Verstand erfordert wird, und stets im Kriege mit ihren Nachbarn, lieben heftige Bewegungen, und machen aus der Starke und Behändigkeit desKör- pers ihr größtes Verdienst. Und trenn ku'tlmrten Völker, als die Griechen und Romer, die alten Spiele noch beibe- yielten, so fugten sie ihnen nützlichere und geschmackvollere bei , und überließen die alten demjenigen Theil der Nation, der daran gewohnt war, und Gefallen dran hatte. Tacitus beschreibt uns nicht ganr genau, worinn diese Leibesübungen, die sie mit so vieler Geschicklichkeit undAnstand Verrichteten, bestanden hätten. Wahr» schein-

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