Ausgabe 
28.7.1798
 
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wehrmM gelungen. Mein seht oft wa­ren alle Versuche vergebens, wenn ich die Gewißheit des nahen Todes hinter der Möglichkeit zu verbergen suchte. Aber bann gereichte es mir auch zur wahren Freude, die dem Auslöschen nahe Lampe der Hof- nung, mit Del zu versehen und die Flamme hoch aufiodern zu lassen.

Aeufferst krankend muß eS dem Arzte seyn, wenn MiStrauen, Verachtung und Hohngelächter ihm zu Theil werden, wenn er als Mensch gezwungen wird, die Be­weise, daß ihm Allwissenheit mangelt, dar­zulegen. Tadele ihn immer der Spötter! ein wahrer Arzt bleibt bei aller menschli- ehen Unvollkommenheit immer ein großer Mann.

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Anweisttng

wie Lehmschindeldäcber ;u bauen, um Sie schnelle Verbreitung einen ent» flehenden Zeuers in den Dörfern ;u verhüten. (Ein Auszug aus Hrn. Geh. Oberbaurath G'.lly Beschrei­bung der Feuerhaltenden Lehmschin­deldächer. )

Man gräbt nemlich vier Enden Stan« gen als Tlschfüße in die Erde, legt auf sel­bige zusammengeschlaqene Bretter odereine alte Thüre, etwa zFuß lang und zFuß breit, an welcher auf z Seiten etwa Hand hohe Leisten von Brettern angenagelt sind.

Alsdenn spreitet man Stroh auf die­sem Tisch aus, etwa so hoch als die Lei­sten sind, das ist eine Hand hoch, und zwar wird das Stroh so gelegt, daß die Wurzel - Enden an das hinterste Brett an­stoßen , und daß die Aehren - Enden etwa i 1/2 Fuß lang von dem Tische auf das Ende wo keine Leiste ist, herabhänqen, weshalb der Tisch um so viel kürzer seyn Muß, als das Stroh lang ist.

Nunmehr wird aufgeweichter Lehm über das Stroh, nemlich, soweit es auf

dem Tische^iegl, gestrichen, und zwar so, daß alles Stroh mit Lehm bestrichen ist, den man mit einem, mit einem Hanvgrif versehenen Brette, glatt undgerade streicht.

Ist dieses geschehen, so legen zwei Mann, die zu dieser Arbeit gehören, am Ende des Tisches einen Stock, der auf jeder Seite etwa 2 Zoll länger, als dec Tisch breit ist, über das Stroh, und^ knü­pfen selbigen mit etwa Finger dicken Streh- nen von dem an den. Enden herabhängen­den Stroh fest an.

Alsdann nehmen die zwei Leute einen andern Stocks schieben solchen unter das herabhgngend? Stroh, und schlagen es mit diesem Stock von unten nach oben auf den Tisch um, so daß der erste Stock gleichsam in Stroh eingewickelt ist.

Hieraufwird das umgeschlagene Stroh mit Lehm bestrichen und besonders die Spi­tzen tüchtig in dem zuerst aufgelegten Lehm eingestrichen, bis die Halme nicht mehrzu­rückspringen.

Nunmehr ist die Lehmschindel so fer­tig; die beiden Arbeiter heben sic an den Enden des darin befindlichen Stockes vom Tische und legen die erste auf einen mit Sand bestreuten Fleck auf die Erde, und auf diese die folgende Lehmschindel, bis zu einer Mandel übereinander.

Ist das Dach auf 14 Zoll weit gelat- tet, so werden nunmehr erwa drei Lehm­schindeln von unten an, mit Weiden an den vorstehenden Enden der in den kehm- schindeln steckenden Stöcke, angebunden, und zwar so, daß die mit Lehm bestriche­nen Seiten der Lehmschindeln unten kom­men.

Auf diese erste Reihe folgt die zweite und so die übrigen Rechen Lebmschindeln nach oben herauf , dergestalt daß eine Reihe die andere etwas überdeckt; dabei muß durch Zurückschlagen der Spitzen des Strohes mit einem Brette, gesucht werden, ausser­halb eine gerade Fläche des Strohes zu er­halten,