Ausgabe 
27.1.1798
 
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XII. Gute Diät und Mäßigkeit im Essen und Trinken'Er­halt» ng der Zähne.

Es ist ausgemacht, - ein Mensch, der natürlich , mehr im Freien und in Be­wegung lebt, sehr wenig Diätregeln brauche. Unsere künstliche Diät w>rv erst durch un­ser künstliches Leben nothwendig.

Man kann aber doch überhaupt be­haupten , daß der größte Theil der Men­schen mehr ißt, als er nöthig hat.

Nichtdas, was wir essen, sondern das, waS wir verdauen, kommt uns zu ®ute. Folglich wer alt werden w»ll, beobachte beim Genuß der Nahrungsmittel folgende Regeln:

i) Man esse lanasam, und kaue alles aufs sorgfältigste. (Es kommt also hier­bei sehr viel auf gute Zähne an: man ge­wöhne die Kinder nicht an Zuckerwerk; man vermeide jeden Uebergang aus einer heissen in eine kalte Temperatur, und um­gekehrt ; man reinige die Zahne täglich, aber nicht mit schädlichen Mitteln. Sobald man den ersten anaefrefstnen Zahn be­merkt, so lasse man ihn gleich berauSneh- men, denn sonst steckt dieser die übrigen an; man kaue nach jeder Mahlzeit ein Brodrindchen. )

2 Man verbinde immer einen gehö­rigen G-'nuß V r Vegetabisten oder deS Brods mit dem Fteüche Sollte sich den- nord Schmutz oder der sogenannte W in stein an die Achne ansetzen, so ist folgen­des das unschuldigste M ttei: r Loth roth Sanddolz, i halb Loth Edina, werden äusserst fein gepulvert, und du^chein Haar­sieb gestäubt, sodann 6 Trcpf n Necken - und eben soviel JBeraamof61 zug^M'scht, und dumn die Zchne des Morgen» abge» rieben. Ist das Zahnfleisch schwawmicht, blutend, storbutisch, so setze man noch 1 halb Quentchen A.aun hinzu.

3) Man hüte sich ja, bei Tische zu studieren, zu lesen, oder den Kopf anzu- strengen. Hingegen ist jede Aufheiterung, das Lachen, ein großes Verdauung-mittel.

4) Man mache sich nie unmittelbar nach der Mahlzeit sehr starke Bewegung.

5) Man esse nie soviel, daß man den Magen füllt. Je weniger Arbeit, desto weniger Nahrung.

6) Man halte sich bei der Wahl der Speisen immer mehr an die Vegetadilien, welche unferm nach st en Feinde, der Fäul- nio , widerstehen. Da» Fleisch begünstiget vielmehr dieselbe, und macht viel Blut. Die Bramanen essen , vermöge ihrer Reli­gion, nie etwas anders als Vegetabilien, und erreichen meist ein ioo jähriges Alter.

7) Man esse Abend» nie viel, am be­sten kalt und einige Stunden vor Schig- fengehen.

8) Man versäume nie das nöthige Trinken, aus dieser Unachtsamkeit entsteht Trockenheit, Verstopfung des Unterleibes und eine Menge von Krankheiten. Das beste Getränk ist Mass r. Thoden trinkt täglich 30 24 Pfund Wager, und schreibt fein Aller dieser Wasscrdiar zu. Es ver­dienen also auch ci? Suppen bei weilen nicht die üblen Nachreden, welchen sic siir ewiger Z >t auegesctzt waren. Wnddenn nicht all s Getränk in wenig Minuten, warme Suppe im Magen? Nur hüte man sich sie heiß oder in zu großer Menge auf einmal zu genießen Im Alter sind die Suppen die besten Nahrungsmittel; ;a stibst die Dienste der besten Arzminntlel vertreten sie. Und sind sie bei Erkaltun- aen , bei manchen Arten von Magenkram- p^'en, nicht die besten Linderungsmittel? Die Suppen waren auch bei unfern alten Vorfahren die beliebtesten Nahrungsmiitel.

Der W-ün erfreut des Menschen Herz, aber ec ist temevwkZS eitle Nvthwcndlgkeit

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