Ausgabe 
27.1.1798
 
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zum langen Leben; denn diejenigen sind etu ältesten geworden, die ihn nicht tran­ken. Ja er kann vielmehr, oU ein rei­hendes , die Ledensconsumtion beschleuni­gendes Mittel sehr verkürzen, wenn er zu häufig getrunken wird. Am besten wäre cs daher, wenn man den Wein , besonders in den noch nicht hohen Jahren, als Würze des Lebens betrachtete und tyn nur auf die frohen Tage verfparte.

X(IL Ruhe der Seele Zufrie­de n h eit Lebens verlängernde S e e 11 n ft i m m u n 91 n und B e- schäftigun gen.

Seelenruhe, Heiterkeit und Zufrie­denheit sind die Grundlage des Glücke, oller G'stindbett und des langen Lebens. Diese Mittel hangen nicht allezeit vom Rttchthum ab, die R ichsten sind gemei­niglich die Unzufriedensten und Unglück­lichsten. Es glebt also Quellen der Zu- friedenheit und Glückseligkeit, die in uns selbst liegen, und die wir sorgfältig auf- suchen und benutzen müssen.

1) Vor allen Dingen bekämpfe man feine Leidenschaften.

2) Man gewöhne sich, unsre Existenz und Schicksale immer als einer höhern Macht untergeordnet zu betrachten und man halte diesen Gesichtspunkt ( der» die Alten Vertrauten aus die Vorsehung nannten) in allen Zufällen und Lagen unerschütter­lich fest.

3) Man lebe, aber im rechten Sinne, immer nur für den Tag , ohne sich um den morgenden Tag zu bekümmern.

zp Man suche sich über alles richtige Begriffe zu verschaffen. E« bleibt immer wahr, daß die Weisheit allein die Quelle des Vergnügens, die Thorheit die Quelle de» Miavergnüqens ist Es bleibt also auch wahr, daß ouss-r der gänzlichen Er­gebung m den Willen der Vorsicht, äusser der Ueberzeugung , daß alles zu unsrem

Besten geordnet siy, alles Thorheit siy, die zum Misvergnügen führt.

5) Man halte Jeden Menschen für gut, bis man, durch unwidersprechliche Beweise, vom Gegentheil überzeugt ist. Wehe dem Menschen, dessen Lebensphilo- sophiedarinne besteht, Niemand zu trauen. Sein Leben ist eine ewige Unzufriedenheit. Je mehr man andre glücklich macht, desto glücklicher wird man selbst.

6) Zur Zufriedenheit und Seelenruhe ist ein unentbehrliches Erforderniß: Hof- nung. Ohne Zweifel ist der Glaube an Unsterblichkeit das einzige , was uns dies Leben werth und die Beschwerden desselben erträglich und leicht machen kann. Hvfnung und Glaube, ist große»» göttli­chen Tugenden! Selbstverleugnung und innere Seelenruhe urid jene stärkenden Wahrheiten verlängern da» Leben Auch Freude ist eine der größten Lebenspana? ceen. Und dem wird cs an Gelegenheit sich zu freue»» nie fehlen , der jenen Sinn Hal; das Leben selbst ist ihm Freude! Doch versäume man nicht, srde Tnegenheit zur Freude aufzusuchen und zu benutzen, die rein und nicht zu heftig ist. Keine gesün­dere und lebrnsverlangernde Frru.de giedt es wohl, als die häusliche, und die länd­liche. Ader auch höhere Ge»stesbeschäf- tigungen und Unterhaltungen verdienen hier ihren Platz.

Der Verfolg künftig.

tTftcbr id)t.

Ried, eine poetisch, Epistel an W. A Schreiber von G P. Dambmann, ist auf hiesigem Postamte für 18 fr. zu haben. Der Eltrag der Schrift ist zum B-sten einer hülfödedürftigen Familie bestimmt.

Gottesdienst am 28. Januar.

Irr der St Pancratiuskirche. Mor­gens Herr Professor Palmer. Nachmittags Herr Superintendent Müller.