Ausgabe 
19.8.1798
 
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der vierte Tbeil deS dazu genommenen Sandes oder CemrnkS beträgt, und arbei­tet es abermals tüchtig durch einander. Während dieser Bearbeitung erhitzt sich die­ses Gemische, und in wenig Minuten wird man eS eine Festigkeit annehmen sehen, die man nur immer an dem besten GyPS finden kann. Ist nun Vie Masse völlig ausgetrocknet: so werden sich nicht nur keine Spalten und Risse an ihr zeigen, son­dern sie wird sich auch so fest mit dem Ge­mäuer vereinigt haben, daß man sie nicht wieder davon ablösen kann, wenigstens nicht ohne die größte Gewalt und ohne der Mauer selbst Schaden zu thun.

Ware dies nicht vielleicht das so lange bewunderte und gesuchte Geheimnis dec Alten? Aber gesetzt, daß diese auch auf einem andern Wege gleiche Absicht erreicht hätten: so ist dieser Mörtel jenem altern doch gewiß an die Seite zu setzen. Denn er hat dieselbe Härte und Dauer; er bin­det eben so fest und unzertrennlich: er bor­stet nicht entzwei; er trocknet geschwind aus; ist so dicht, daß auö ihm verfertigte Gefäße nicht einen Tropfen Wasser durch­lassen, daher er auch zu Mauerwerk unter -em Wasser äusserst brauchbar ist; ja was Noch mehr, er kann durch gute Barbe»- tung zu einer solchen Feinheit gebracht Werden, daß er füglich zu allen Arbeiten, wozu man.sonst Ghps gebraucht, be­nutzen ist Möchten doch Bauverständige, die sich von dem Vorurkheile losgerissen haben, daß nichts gut und ausführbar fey, als was sie von ihren L.hrmelftern gelernt haben, erst Versuche im Kleinen mit diesem neuen Mörtel anstellen, um sich und andre von den Vorzügen desselben zum allgemeinen Besten zu überzeugen!

Der

- Most in feiner Zubereitung, nach vieljährlger Erfahrung geprüft un- durch richtige Vortheile erläutert.

Verfolg.

§. 13-

Vom weiteren frühen und spaten

Wenn der erste Most nach§. ic>. vor­bei ist, so darf man ohne alles Bedenken alle übrigen Gattungen vom frühen und späten Obst, es seye gefallen, geschüttelt oder gebrochen» es seyen Aepfel oder Bir­nen, zusammenmosten, und in ein grösse­res Faß zum künftigen Gebrauch oder Verkauf thun. Mit dem Schwefel wird nach Z. 10. verfahren.

§. 14.

Vom unreifen Obst.

Daß das reife Obst immer besser zum Obstmost ist , als unreifes, versteht sich von selbst. Doch schadet es nichts, wenn auch etwas unreifes Obst zu dem reifen kommt Im Jahr 1791, sie! von einem Sturmwind viel unzeinaes Obst, worunter ich Birnen von einer großen Gattung, Mannsbirnen» ha.le, die erst nach vier Wochen reif wurden und weiche der Mahl­stein erst nacy einigen Minuten zwingen konnte. S>e schadeten unter dem übrigen zeitigen Obst nichts Der Molt wurde gut und hatibar, und man zahlte schon da­mals die Maas mit 12 kr.

§. iS-

Vou dem mürben oder beigen, auch faulen Obst.

Mürbes Obst nimmt man nicht gern zum Mosten ; jedoch hat es nichts zu sagen, wenn auch etwas mit unterlauft. Faules Obst von Aepfeln oder Birnen wegzuwer­fen oder den Schweinen zu geben , ist uns nöthig; es macht den Most Heller und wem- Hafter. Wo man viel Obst und auch

Zwetsch-