Ausgabe 
11.8.1798
 
Einzelbild herunterladen

) 128 (

mit den Birnen herab kommen, so hört man auf und erwartet einen neuen grösse­ren Segen. Denn man hat den Dorther! davon, daß das Obst weit schmackhafter und zum Most saftiger und tauglicher wird. Es wird auch grösser, besonders wenn es dazwischen regnet. Abwechslungen von Regen und Sonnenschein im September und October sind dem Obst zu dessen Wachsthum sehr vortheilhaft. Man be­kommt wenigstens den vierten Theil mehr Most, als bei anhaltender Dürre. Diese Abwechslungen hüben auch einen Einfluß auf die Güte des Mostes.

§. 8. Fortsetzung.

Es gkebt Hausvater, welche die Die­nen mit der Scheere sorgfältig abschneiden, und sich von dieser Behandlung in Absicht auf die zukünftige Fruchtbarkeit sehr viel versprechen. Es ist auch möglich, daß die­ser Erwartung der Erfolg einigermassen entspricht, denn die möglichste Schonung der Bäume hat ihren zuverlässigen Nutzen. Man muß daher das Obst nie herunter schlagen, als wie die Nüsse; auch keinen Baum besteigen, wenn er noch von einem Regen oder allzureichlichen Thau naß oder feucht ist. Daß die Aepfel mit gleicher Vorsichtigkeit behandelt und besonders die­jenige , welche in dem Keller den Winter über zum Essen aus der Hand oder zum Kochen aufbewahrt werden, von dem Baum gebrochen werden müssen, braucht keine Erwähnung.

c §- 9-

Einschränkung vea obigen.

Das wiederholte Schütteln und Ab- nehmen des Obstes muß inzwischen nicht so wett getrieben werden, daß die meisten Birnen oder Aepfel mürb würden. Denn dadurch gehet der angenehmste Saft ver­loren; ja er schadet auch der Menge dessel­

ben. Doch machen die sogenannten Brat- birnen eine Ausnahme, welche vor dem Mosten mürb werden sollen.

§. io.

Der Anfang vom wirklichen Molken.

Mit dem frühen Obst, besonders Bir­nen, macht man den Anfang zum Mosten, vier, acht bis zehen Tage vor Bartholo- mäi; bestimmt dazu ein Fäßchen, je nach­dem man wenig over viel Obst überhaupt bekommt; brennteöwohl/unvetwes mehr, als zum Wemmost, ein. Und wenn dec erste Most im Fäßchen ist, so wird gleich den ersten Tag oder Abend mit einer Vier­tels oder halben oder ganzen Schwefel- Schnitten nach der Größe des Fasses auf- gebrünnt, und der Spund wohl zugemacht, bis man wieder Most zufüllt; alsdann bleibt der Spund immer locker oder halb umgekehrt liegen, wie beim Wcinmost, bis die Gährung vorbei ist. In wenigen Ta­gen ist dieser erste Birnenmost ment, und wenn man keinen alten Most mehr hat, schon ein guter Trunk. Diele ziehen den süs­sen Most freilich vor; aber er ist eben nicht gesund und verursacht, vornemlich wenn man zu viel trinkt , viele Blähungen.

$* ir.

Vüenn der frühe Molk matt wird, was zn rhun?

Indessen ist nicht zu käugnen, daß die­ser Most von frühen Birnen, hauptsäch­lich wenn dazu noch lang vorher gefallene nach und nach gesammelt werden, bald matt und zähe wird. Daher muß er ent. weder von nachfolgendem gutem Aepfel- most behutsam aufqefültt werden; oder man'kann diesen frühen Birnenmost gleich in ein anderes grosses Faß aus dem Druc^ trog schütten und das ganze Faß nach und nach mit spaterem Obst- besonders Aepfel" .most