Nr. XXXII. ii. August. 1798.'
Giesser Jntelligeilzblatk.
mittel wider den Durchfall der Rälber.
Der Durchfall ist eine Krankheit, welche nicht allein sehr oft unter den Kälbern vorkommt, sondern auch den mehr- sten das Leben kostet, wenn nicht bei Zeiten zweckmäsige Mittel angewandt werden. Er entsteht gewöhnlich, wenn die Kälber in den ersten Wochen ihres Lebens auf einmal zu stark getränkt werden und dadurch ihr Magen überladen wird.
Nicht selten werden Mittel wider diese Krankheit angewandt, welche der Natur derselben gar nicht angemessen sind, und nur dazu dienen, den Tod der Kranken zu beschleunigen. Dahin gehören: Brante- wein mit Asche, Käsemilch mit Ofenruß, u. d. gl. Es wird daher manchem nicht unangenehm seyn , wenn ich ein Mittel bekannt mache, welches mir, im Anfänge der Krankheit gebraucht, nie schlgeschla- gen ist.
Man nimmt nemlich ein halbes Loth venetianische Seife, l Quentchen pulvert- sirte Rhabarber und das Gelbe eines EyeS, thut solches in eine Bouteille und gießt ein halbes Pfund Brunnenwasser hinzu , läßt solches eine Stunde stehen und schüttelt es bisweilen stark um, macht davon drei Tbeile, undgiebt Morgens nüchtern, Mittags und Abends jedesmal einen Theil ein. Dabei entzieht man dem Kalbe etwas von seiner Nahrung, bis sich der Durchfall ganz gestillt hat.
Dieses Mittel löset die im Magen zu Käse gewordene Milch auf und führet sie aus. Gewöhnlich hört die Krankheit nach dem Gebrauch desselben gleich auf. Stil
let sich aber der Durchfall dann noch nicht/ so kann man dem Kalbe zuweilen Wasser, worin glühendes Eisen gelöschet worden, zu saufen geben.
Der
Hbf? - ttlof? in seiner Zubereitung, itftcb vichähriger Erfahrung geprüft und Hurch richtige Vorteile erläutert.
Verfolg.
6.
was in Ansehung Der Fässer ZU beobr achten seye.
Die Fässer , welche zur Verwahrung des Obstmostes gewidmet sind, müssen eben so reinlich gehalten, und mit Schwefel eingebrannt werden, als es bei den Weinfässern geschiehet. Es ist am besten, wenn man dem Obstmvst eigene Fässer widmet, weil dieser dem Wein leicht seinen Geschmack mittheilt, feinen Weinstein aufkommen laßt , und den, welchen er inei- nem Faß antrift, verzehrt, und daher dem Faß und dem Eigenthümer einen grossen Schaden zufügel.
T. 7.
Von der Behutsamkeit bei dem Abneh- men Des Hhftes.
Das Obst, besonders die Birnen, werden nie auf einmal geschüttelt, sondern wer einen guten Most haben und seine Baume schonen will, laßt einen Baumzwei- drei- bis viermal schütteln, zu unterschiedlichen Zeiten, und wartet immer drei bis vier Tage. So bald kleine Zweige oder Laub mit


