Ausgabe 
3.3.1798
 
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bie Blatter der Saal - und Wsllweide und Bucke, sowie Der £>bfibäum?, wie man in etlichen Gegenden vergangenen Sommer traurige Beispiele gesehen hat; denn wo sie einmal in Menge sind? verschonen sie sel­ten eine Baumart. Dennoch treiben der­gleichen Baume wieder frische Blätter; es bleibt ihnen aber demohngeachiet für heu­rigen Herbst noch etwas kränkliches zurück. Nadelholz ist immer die gewöhnlichste Aa- funq, und es mag dieses nur ans Man­gel und allzuweiter Entfernung desselben geschehen, wenn sie jene Baumarten an­fallen.

Was nun endlich die Mittel zur Ver- Minderung dieses Insekts anbelangt, deren Hr. D. Zinke verschiedenes vvrgeschlagen hat, die theils von Herrn Siemsen be­reitsangepriesen worden, und im Ganzen genommen, keineswegeö zu versäumen noch zu verwerfen sind; aufgänzliche Aus­rottung und Vertilgung der uns schädli- ehen Insekten und anderer Thierarten zu denken, scheint mir einertheils fast un­möglich, und es gehörte hierzu ein lieber; einkommen mehrerer. Nationen , andern Theils ist e« auch ganz wider den großen Plan de- Schöpfers, dergleichen zu un­ternehmen, sobald wir bedenken, daß je­des , auch da- unnützeste und scheinbarlich Schaden verursachende Thier, eben so gut in die Reihe aller erschaffenen Wesen in der Natur gehöre. Eine Verminderung hin­gegen bei ihrer allzusehr überhand nehmen­den Menge zu unternehmen, und darauf bedacht zu seyn, steht uns allerdings frei, Und es sind hierzu von Gott selbst Mittel an die Hand gegeben worden ; auch glaube ich ganz gewiß, daß die weise Vorsehung schon jedem schädlichen Thiere seine natür­lichen Feinde und Gegner entgegengestellt habe, so daß e- nothwendig geworden ist, daß kein Thier, ohne die Zerstörung eines andern leben könne. Hierher gehören nun,

nach meiner Einsicht, zu diese« Behufs die Vögelgattungen aus dem Geschlechte der Sperlinge, als z. B. die Fliegenfän­ger (Mufcicapa Linn.), Bachstelzen, Mei­sen , Rothkelchen, Stoare und Ziegenmel­ker u. a. m. die den Jnseklenschwarmen auflauern, und die wir um dieser Ursache willen mehr in Schutz nehmen , als ver­mindern zu suchen uns angelegen seyn las­sen sollten. So thur z. B. der Specht wei­ter keinen Schaden, al« daß er den Jäger auf dem Anstande durch sein Schreiendem Wilde verräth, da er im Gegentheile die wichtigsten Dienste, zur Verminderung dieser Raupen nicht nur, sondern auch des Fichtenzerstörenden Käfers (Derrn, pi- niperda Uinn.), leisten könnte. Dieje­nigen Einwürfe, al« ob die kurzen und scharfen Haare unserer Raupen den Gedär­men der Vögel ködllich werden könnten, sind zwar gegründet , denn die stark be­haarten Raupen und Schmetterlinge wer­den von etlichen Vogelarten nicht gefriffen, sondern diese ziehen kleinere Arten von glatten fliegenden Jiiseklen vor j die haa­rigen hingegen dienen mehr den Würmern zum Futter, die, wenn sie in fliegende Insekten verwandelt sind, alsdann die Nahrung der Vögel ausmachen, welche die haarigen Raupen und Schmetterlinge verwerfen. Allein es lassen sich jene Ein­würfe aber auch durch andere Erfahrun­gen heben, wenn wir sehen, daß eben diese VögelgattungendieProzessionsraupm (Pb. B. proceflionea) mit großer Freßlust und Appetit verzehren; auch sollte man mey. nen, daß die den Käfern und andern In­sekten eigenen scharfen und atzenden Säfte den Vögeln eben so tödtlich werden könnten, davon wir aber täglich da« Gegentheil er­fahren. Daher die weist Verordnung des Fürsten von Schwarzburg Rudolstadt vor­züglich rühmen«- und nachadmenswerth ist, dadurch Dieselben in Dero Landen alles Vogelstetten auf Heerden, oder wie

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