Ausgabe 
20.5.1797
 
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zu einer Winterfrucht gemacht werden, wenn er im August gesäet, und um iMichaeliß verpflanzt wird.

Dom Savoyerkohl.

Dieser ist sehr groß und hat eine gelbe Farbe; ist vortreflich am Geschmak, und verdient daher mit Fleis gebauet zu werden. , In Ansehung de§ Anbaues ist er von den vorigen Arten gar nicht unterschieden. Man kann ihn als Sommer - und Wintcrkohl ziehen. Die Weite, in welcher man die Pflanzen von einander setzen muß, ist drittehalb Fuß; denn er treibt seine Blät­ter sehr weit. Er wird zu gleicher Zeit mit dem Weiskohl ausgeschnitten. Soll­ten aber einige Köpfe bersten wollen, so werden solche früher ausgeschnitten und verbraucht. Zum Samentreiben sucht man die schönsten gelbsten Köpfe aus ^widri­genfalls erhält man davon einen Schlut­terkohl.

Der Wirsingkohl.

Wird eben so wie die vorigen .Kohl­arten gebauet. Man hat davon eine dop­pelte Art: eine von grüner, und eine von gelber Farbe. Diese Art Kohl liebt ein fettes Erdreich, und seine Pflanzen müs­sen zwei Fuß von einander gesezt werden. Bei dem Aufschneiden dieses Kohls, kann man sich einen großen Dortheil verschaffen, wenn man den Kopf nur soweit er geschlos­sen ist, weqschneidet, und das übrige sitzen läst, dann treibt der Strunk 46 junge Köpfe aus. Auch ein Winterkohl kann von dieser Art erzogen werden. Von dem Samen des Wirsingkohls wird an vielen Orten auch ein Blattkohl erzeugt, derznr Frühlingszeit bis in Julius ein wohlschme­ckendes G-müse dardietet. Der Same wird nämlich im Sommer gegen das Ende de» Julius qesaet, Das Beet, worauf der Same gesäet werden soll, muß mit« telmäsig gedüngt feyn , auch muß im Herbst

oder gleich im Frühjahr umgraben werden, damit es den Pflanzen an Feuchtigkeit nicht fehlt. Cm solches Beet kann man vorher noch mit andern Sämereien bestellen, de­ren Gewächse vor Jakobi wieder wegkom­men. Aledenn braucht es nicht wieder von neuem gegraben zu werden, sondern man ebnet es blvs mit der Harke, und reinigt e» vom Unkraut. Wenn die Saat­zeit da ist, so wird der Same ausgestreut, flach untergebarkt, ( untergerechtet) und da» Beet eben gemacht. Um Michaelis werden die Pflanzen tn ein gutgeoüngteS Land verftzt, wozu man einen schattiqten Ort wählt, damit sie von Erdflöhen nicht leiden; und in eine Gegend, wo sie eini­gen Schutz gegen den Frost haben. Man sezt sie in Reihen etwa einen balben Fuß von einander, und zwar so tief, daß daS Herz derselben völlig in die Erde kömmt, und nicht» davon, al» die langen Blätter etwa ein paar Zoll hoch aus der Erde kommen. Auf diese Art leihen sie am we­nigsten vom Froste Diesen Koh! kann man schon im Frühjahr brauchen, und mit dem Abbiatten fvitfahren, bi» man an­dere» Gemüse hak, alsdann giebt man die Pflanzen dem Vieh. Die Beete, worauf man den Blatrkohl gezogen hat, kann man viele Jahre hintereinander dazu gebrauchen, wenn sie nur in einiger Düngung erholten werden; man kann auch einen Ort dazu wählen, wo sonst nicht gern etwas wach­sen will.

Der Blumenkohl.

Ist zwar keine Kohlart für den ei­gentlichen Landmann, wenn er aber nahe bei großen Städten wohnet, giebt er ei­nen guten Nahrung zweig für ihn ab; überdem hat er auch noch einigen Nutzen für sein Vieh davon. Man bat verschie­dene Arten Cyperschen, asiatischen, engli­schen, frühen und späten, qrosköpfiaen, und mit ktemen Blumen, auch Sommer - und