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Vöin Anbauversckicdener Äosil-rtenund Seren grosien Nutzen in Der ^Zaus-
Haltung.
Verfolg.
Will man selbst Samen von diesem Kohl ziehen, so nimmt man dazu die be# sten Köpfe, und zieht sie mit der Wurzel auf. Diese hängt man im Keller auf, und bewahrt sie vor dem Frost. Im April, und wenn der Frost vorüber ist, pflanzt man sie im Garten so tief, daß nichts weiter, als der Kopfdavon zu sehen ist. Man wählt dazu einen sonnenreichen Ort, und sezt sie in Reihen anderthalb Fuß von einander. Den Samenstengel bindet man nachmals an einem beigesezten Stock an. Am Ende des Zuliuö oder zu Anfang des Augusts werden die Samenschoren gelb und die Körner braun. Alsdann schneidet man sie ab, und laßt sie im Hause oder in der Luft auf einem Tuche Nachreifen, worauf man den Samen (wenn er in Menge) ausdrischt. Man kann auch die Kohlstrünke zur Erziehung des Samens brauchen Einiger Kohl verliert bisweilen durch Zufall seinen Kopf; nichtsdestvwe. Niger pstanzt man die Strünke, welche gleichfalls austreiben, und eben so guten Samen bringen.
Von eben diesem Kohl und seinem Samen kann man auch einen Winterkohl ziehen, der nur bloß in Ansehung der Zeit ter Aussaat des Samens von jene« unterschieden ist. Man säet den Samen am Ende des Julius oder im Anfänge des Augusts Wenn man die Pflanzen qehö- rig gezogen hat, daß sie nicht zu d.k geständen, auch vom Unkraute rein gehalten hat, so sind sie um Michaeli« fo weit, daß sie verpflanzt werden können. Man macht alsdann wo die Pflanzen stehen sollen, 5 bis 6 Zoll tiefe Furchen, und pflanzt dar- tm dieselben so tief, daß nur blvs dar
Herz frei bleibt, und nicht mit Erde öe- dekt wird. ' Am sichersten des Frostes wegen ist es, daß man in der Furche icves- mal 2 Pflanzen bei einander, etwa ;Zoll von einander sezt, und überkem noch Pflanzen zurükbehält, um die etwa rrfrornen im Frühjahr zeitig ersetzen zu können. Ist der Winter dem verpflanzten Koyl nickt zu nachtheilig gewesen, und sind die meisten Pflanzen gut geblieben, so werden solcye etwa am Ende de« Maimonats verzogen, und allenthalben nur eine Pflanze gelassen, dazu man aber die ansehnlichste mit großen Blattern und mit einem kurzen dicken Stamm versehenen auswähst. Besser ist es zedoch, die Pflanze, die nicht bleiben soll, mit einem scharfen Messer wegzuschnei- den, damit die Wurzel der nebenstehenden nicht beunruhiget, und im Wachsthum gehindert werke. Alsdenn läßt man Me Furchen nicht zuziehen, sondern der Kohl wird nun auch behäuft Um Johanni« oder Jatobi Tag kann man diesen Kohl schon brauchen. In Ansehung der zu versetzenden Pflanzen ist noch zu bemerken, daß man eine jede zuvor wohl besieht, ob sie am Fuß auch keinen Fehler habe, oder sich ein kleiner Klumpen daran beflndk, damit man solchen nicht mit pflanze.
Von dem rotheu Kopfkohl.
D rser ist vom vorigen der Farbe nach unterschieden', und hat man dreierlei Arten : den blutrothen , den blasrothen, und den rsthen mit grün vermischten; die beiden leztern Arten scheinen blos eine Ausartung zu fepn, welche ihren Grund in der Erziehung des Samens hat. Die Köpfe diese« Kohls sino gewöhnlich kleiner al« die weisen, aber fast durchgehend« hart und fest. Die Erdflöhe stellen ihm sehr nach, daher muß man den jungen Pflanzen mit Begiessen sehr zu Hülfe kommen, klebrigen« wird er eben so wie die vorige behandelt; auch kann er wie der »oriäe iu


