Ausgabe 
17.6.1797
 
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Das Akter löscht oft die Liebe aus, oder es schwächt dieselbe wenigstens. Sucht euch einen solchen Freyer aus, von dem ihr vermuthen könnt, daß er ein ange­nehmer freund seyn werde, wenn er auch aufyön, ein Liebhaber zu ftpn.

Suchet^ ja nicht bei einer Person, die ihr zu eurem Freunde wählen wollet, die Eigenschaft eines Liebhabers. Er kann zur Freundschaft geschickt seyn, ohne eine feine Gestalt, em artiges Wesen und eine gewisse angenehme Lebhaftigkeit zu haben. Sucht ober bei einem Liebhaber allzeit die Eigenschaften' eines Ireunver. Wer diese nicht hat, kann nitmal ein vernünftiger Ehemann werden.

Alle diese Betrachtungen zusammen­genommen , machen vielleicht eine Wir­kung auf euch, so daß sie euch zu lieber; krgungen Anlaß geben können , auf die ihr zuvor nicht verfallen waref. Aber wenn eine von euch einmal in der Thal verliebt wird, a'sdenn fürchte ich sehr, daß sie von einem so geringen Nutzen seyn werde, als die meisten Sittenlehren , die man euch schon gegeben hat. Der allerbeste Kunstgriff, einen vernünftigen und lie­benswürdigen Mann an sich zu ziehen, ist: gar keine Kunstgriffe zu gebrauchen, den Regungen des Herzens zu folgen, die Ver­nunft zu Ralhe zu ziehen, undenftkas't zu bedenken, daß eine mißvergnügte Ehe das empfindlichste Unglück in dem mensch­lichen Leben fep, wie hingegen die Süßig­keit eines vergnügten Ehestandes alle an­dere Freuden der Menschheit übertreffe. Em Liebhaber kann unmöglich allzeit ge­fallen ; aber ein wahrer Freund wird durch die Z it nur liebenswürdiger; er wird ein vernünftiger Liebhaber fi-pn , und ein lie­benswürdiger Ehemann, und zärtlicher Vater werden.

Wohlfeile Art, Spargel zrr Ziehe».

Spargel wächst in jeder nicht ganz un« fruchtbaren Erve Man hat ihn wild­wachsend an der Wolga angetroffen, so w,e er auch in der Gegend des Kiefhauser Bergs in Thüringen auf den Wiesen wild wachset. Freilich, je mehr natürliche Güte die Erde hat, darin die Pflanze wachsen soll, je mehr solche durch die Kunst ver­bessert worden, und je tiefer diese Erde ist, desto besser gedeihet sie. Wenigstens muß man an den Orlen, wohin man Spargel setzt, drei bis vier Fuß tief graben können, ohne daß man auf Felsen trift. Auf gu­ten Samen kommt sehr vieles an. Die­sen bringe man spät, im Herbst oder im Anfänge des Jahrs, sobald nur die Erde offen, in dieselbe. Man nimmt dazu gut gebauetes, aber nicht erst in der Kürze ge­düngtes Land. Es werden Rachen neun bis zehn Zoll von einander entfernt gezo­gen, und darauf Löcher eines Zolls tief gemacht, so daß eins von dem andern etwa 2 Zoll entfernt ist. Nur ein Samenkorn wird in jedes Loch gelegt, und dann mit Erde bedeckt Leichtes Land wird zulezt fest getreten. Nach 6 bis 8 Wochen geht dec Same auf Man halte die Pflanzen vom Unkraut rein.

Es schadet nicht, wenn sie vor Win­ter mit kurzem Miste bedeckt werden; doch ist es auch nicht unumgänglich nölhig; zu­mal wenn das Land an sich gut ist. Der Frost ist den Pflanzen nicht nachlheiiiq. Im Herbst des folgenden, oder sehr früh im Anfang des dritten Jahrs, nachdem die Aussaat geschehen ist, werden die Pflan­zen behutsam, ohne sie zu verletzen, auö- gehoben, nnd dahin versetzt, wo sie stehen bleiben sollen. Die gewöhnlichen Svar- gelkeete der Gärtner sind her dazu erforder­lichen Arbeit und ungeheuren Menge Dün­gers wegen, aussi,ft kostbar, und liefern doch nur verhältnismäßig weniger Spar­gel/