Ausgabe 
11.11.1797
 
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Mi Verfertigung der Zinnsolution muß man vorzüglich alle Erhitzungen zu vermei­den suchen. Dies ist leicht der Fall, wenn man zu viel Zinn auf einmal hmeinträgt. Je langsamer die Auflösung von S'atten geht, desto besser gerälh sie. Aus dieser Ursache habe ich das Verfahren oft foigen- dermasen anqestellr, wobei ich immer eine gute Zinnauflösung erhalten habe.

Ich vermischte die beliebige Quantität der Salpetersäure und Salzsäure mit ein­ander , und verdünnte fie mit vier Tdeilen Wasser. In ein anderes Beschirr legte ich alles Zinn, was ich damit aufzulösen ge­dachte , und übergoß ec mit eben so viel Wasser, als ich jur Verdünnung des Kö­nigswassers angewendet hatte. Nun goß ich nach und nach in kleinen Portionen das Königswasser zu. Auf diese Weise kann nur immer ein kleiner Theil Saure wirken und keine Erhitzung Statt finden.

In der Vitriolsaure geht die Auflö­sung des Zinnes nicht so leicht von stat­ten. Es löset sich in der verdünnten Vi­triolsäure sehr spärlich auf. Besser geht die Auflösung vor sich, wenn man einen Theil Zinn mit zwei Theilen Vitriolsaure in eine solch? Hitze bringt, daß fast alles trocken wird und nur ein weißlicher Rauch auf- steigt. A s)ann nimmt man es aus der Hitze heraus, läßt di? trockne Masse erkal­ten und löset sie im warmen Wasser tvie* der auf.

Allein diese Auflösung scheint nicht mit Zinn gesättigt zu seyn, denn sie ist immer noch sehr ätz-nd und zerstört sogar die- the der Conchenille.

Sehr leicht wird aber das Zinn auf­gelöst , wenn man zu vier Thcilen Vitriol- säure einen Theil Salpetersäure sitzt und Diesig Mischung mit sechs Theilen Wasser verdünnt und bei der ganzen Auflösung

eben so zu Werke geht, wie bei der im Kö­nigswasser. Diese Auflösung des Z nnS in Vitriolsaure löset sehr viel Zinn aut und hält sich gut. Wird sie von dem vielen Zinn dick , so darf man nur einige Tro­pfen Vitrivlöl zusetzen, wodurch sie wieder Helle wird. Sie löset immerfort Zinn auf, ohne daß man nöthig hat, noch Salpeter­säure zujusitzen. So habe ich sichvzehn Wochen lang ununterbrochen Zinn aufge­löst.

Bei Lackfarben leistet sie die nemltdrn Dienste, als eine in Königswasser gemachte Zinnauflösung, und vielleicht ist sie eben so wir jene, zur Färberei zu gebrauchen.

Eine größere Menge Salpetersäure be­wirkt auch, daß das Zinn leicht als Kalch zu Lodrn fallt.

In der Salzsäure löset sich das Zinn vollkommen auf, und schießt zu Kristallen an. Diese Auflösung ist aber nicht sehr gebräuchlich und sie hat auf rothe Farben keine vorihiNhasle Wirkung. In England soll man ein solches Salz im Großen be­reiten und unter dem Namen Sal louis verkaufen.

Die Auflösung des Zinns in laugen« falzen geht sihr leicht und reichlich von stat­ten , und verdient mehrern Prüfungen un­terworfen zu werden. Sie ist den weni­gen Versuchen zu Folge,, die ich darüber angestellt habe, ein vorzüglicherce Mittel, als die mir bekannten, die Baumwolle da­mit vo.zubcreiten.

Man nehme ein flache-i Geschirr, wel­ches keine Bleiglasur hat, und sitze es mit einer beliebigen Menge reinen Zinnes in ein Kohlenfeukr. Wenn es bis zum Glühen erhitzet ist, so schütte man sehr gut getrock­neten Salpeter in kleinen Portionen dar­auf. Es entsteht eine Verpuffung, wo­durch das Zinn verkalcht, das Alkali des Salpeters frei wird und den Kalch des Zinne-