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Von der Auflösung des Zirms.
Die gewöhnliche Auflösung des ZinnS -vird durch eine Vermischung der Salpetersäure mit der Salzsäure, oder durch das Königswassr bewerkstelliget. Dir Salpetersäure allein greift zwar das Zmn so- gleich und mit Heftigkeit an , kann es oder nicht aufgelöst erhalten, sondern cö fallt als ein weisser Zinnkalch zu Boden. In der Absicht also eine wafferhelle und vollkommene Auflösung dieses Metalls zu Haden, setzt man die Salzsäure zu. Je größer der Anthei! von Salzsäure ist, den ein solches Königswassr in feiner Mischung hat, desto weniger ist das darinnen aufgelöste Zinn geneigt sich niederzufchlagen. Doch bewirkt die zu häufig zugefttzle Salzsäure, daß beider Scharlachfarbrrei die Farbe weniger schön auefällt.
Das Verhältnis zum Königswasser ist gewöhnlich vier, Theile Salpetersäure und ein Theil Salzsäure / welches Gemische mit acht Theilen Wasser verdünnt wird. Da- Zinn-trägt man nach und nach in kleinen Portionen hinein/ und wartet mit der folgenden Portion allemal solange, bis die erstere aufgelöst ist Ist die Auflösung vollendet , so wird sie noch mit einigen Theilen Regenwasser vermischt und zum Gebrauch verwendet Ist sie gut gerathen, so wird sie nach der Beimischung mit Wasser, keinen Zinnkalch absetzen, sondern hell und klar bleiben.
Um das Verhältnis der Saure gegen einander recht zu treffen, muß man auf die Auflösung selbst sehr genau Acht geben, um nach Befinden der Umstande mehr Sa!» xetersäure oder Salzsäure zuzusitzen.
Sieht man, daß gleich in der ersten Zeit der Auflösung sich ein weisser Niederschlag auf dem Boden des Glaste angesetzt hat, so ist dies ein sicheres Merkmal/ daß
zu viel Salpetersäure vorhanden ist, und man diesen Fehler durch zugcsitzte Salzsäure heben muß. Bemerkt man hingegen, daß sich häufig ein schwarzes Pulver auf dem Boden erzeugt, so ist auf einen lieber« fluß von Salzsäure zu schließen, und man muß das richtige Verhältnis durch Salpetersäure Herstellen.
Anstatt der Salzsäure^bedient man sich auch eines Miltelsakzes, worinnen die Salzsäure enthalten ist, als des Kochsalzes, de» Salmiaks u. s. w. Denn das mineralische Alkali in dem Kochsalze, und das flüchtige in dem Salmiak verbinden sich wegen der nähern Verwandschaft mit der Salpetersäure , wodurch die freigewordene Salzsäure in Gemeinschaft der noch freien Salpetersäure, als Königswasser auf das Zinn wirkt- In diesem Falle muß man von dem Mittelsalze der Salpetersäure etwas mehrzusetzen, alo von der reinen Salzsäure nölhig i,r. Man berechnet wie viel Salzsäure das Kochsalz enthalt, und mit wie viel Sa pcter säure das mineralische Alkali deö Kochsalzes in Verbindung geht. Soll z B. das Königswasser aus vier Theilen Salpetersäure und einem Theile Salzsäure bestehen, so muß man aufzwei Pfund Salpetersäure anstatt eines Halden Pfundes Salzsäure em Pfund getrocknete Kochsalz nehmen. Denn in einem Pfunde Kochsalz sind ohngefährzwei Fünftelpfunde Salzsäure, denen das Mineral« aikali von ohngefahr eben so viel Salpetersäure entzogen wird Zieht man nun die zwei Fünftelpfunde Salpetersäure, die sich mit dem Mineralalkali de» Kochsalzes verbunden haben, von den obigen zwei Pfunden ab, so bleiben noch ein und drei Fünftelpfund freie Salpeiei saure übrig, welche sich zu den zwei Fünftelpfunden Salzsäure aus dem Kochsalze verhallen, wie Vier zu Eins.
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