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Ueber
die Erdflöhe und deren Vertilgung.
Ein sehr gefährlicher Feind ist der Erdfloh für die jungen Pflanzen und an» Dere Feld - und Gartenfrüchte.
Er ist eine Art kleiner, röthlichee auch schwarzer Fliegen, mit ganz harten und glanzenden Flügeldecken und faden» förmigen Fühlhörnern, welche vermit» telst ihrer langen harten Springfüsse wie die Flöhe hüpfet, und daher auch ihre» Namen bekommen haben mag. Bei war» mer und heiterer Witterung erscheinen die Erdflöhe zuweilen schon im April und Mar, dagegen pflegen sie im Julius nicht mehr zu schaden; vielleicht, weil sie um diese Zeit schon ausgelebt haben, oder, weil die Garten- und Feldfrüchte den zarten Mäulern dieser Thiere alsdenn schon entwachsen sind. Den Gärten und Feldern sind sie eine große Plage, und sie können an den jungen Gewächsen eben so starke Verheerungen anrichten, als die Raupen. Dem Flachs, den jungen Kohl« pflanzen aller Art, vorzüglich den Mai» rüde«, sind sie die fürchterlichsten Feinde; und selbst die Kohlpflanjen, die bereits in Reihen ausgesetzt worden, sind oft nicht dafür sicher, daß sie nicht von den Erdflöhen durchlöchert, und so übel zu» gerichtet werden, daß an ihr Fortkom» men gar nicht mehr zu denken ist. Die Tabakspflanzen und ganze Aecker mit Sommersaat bestellt, leiden oft von die. sen Thieren, welche sie in unzähliger Menge überziehen, die härtesten Beschä» digungen.
Die Bekanntmachung eines ganz zu» verlässigen, aller Orten leicht anzuwen» denden Mittels, wird und kann daher den Oekonomen nicht anders denn ange» nehm feyn»
Hünermist hat.beinahe jeder Odo» nom, oder er kann sich solchen doch sehr leicht anschaffen. Mit diesem Mistewer» den die Erdflöhe nicht nur gänzlich ver» tilget, sondern ihr Entstehen wird auch dadurch verhindert. Man lasse das zu besäende Land umgrabrn, und es zwei oder drei Tage liegen, alsdenn den Hünermist darauf streuen und es umspitzen, so, daß der Mist nur etwas mit derErde bedeckt wird. Hierauf besäe man es, und egge es eben, und es wird sich kein Erd» floh an den darauf wachsenden Pflanzen sehen lassen. Auf ein mit diesem schäd» liehen Insekt schon behaftetes Land, braucht man den Hünermist nur zwischen die Pflanzen zu streuen, und der Erdfioh wird sofort dadurch vertilgt. Ich habe dieses Mittel einem erfahrnen Oekono» men zu verdanken, der nun schon über zehn Jahre seinen braunen undSavoye» kohl, ungleichen alle seine übrigen Kü» chengewachse dadurch gänzlich gegen die Erdflöhe sichert. Ehe er darauf verfiel, siebte er des Morgens, da derThaunoch auf den Pflanzen lag, Kalk, welcher sich von selbst löset, darüber her, allein fol* ches half nur für einen Tag; und ver» schiebens andere von ihm versuchte Mit» tel, hatten keinen bessern Erfolg.
Vom wadel.
Der Wadcl, Wädel, Wedel, die Wadel - oder Wedelzrit ist ein Kunstwort des Forstwesens, oder, wenn man kie» der will, der Forstwissenschaft. — Man versteht diejenige Zeit darunter, in rod» eher die wässrigen Bestandtheile des Hol» zes theils verflogen, theils verdickt sind, oder kurz, in welcher das grüne Holz die wenigsten wässrigen Theile hat. Es ist dieses eben die Zeit, in welcher sich von dem Baste der Rinde zum Splinte, und von demSplintholze zudem eigentlichen, oder Kernholze, eine neue Holzlage an.
legt,


