Ausgabe 
29.12.1792 Zuruf
 
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überzeugt sind, daß nur Gehorsam, Gesetz und Ordnung, die Elückseeligkert der verbun­denen Gesellschaft des Staats zusammen ketten, und dauerhaft erhalten kann.

Warum wollen Sie uns also von Fesseln befreyen, die wir nicht tragen? Warum wollen Sie uns Wohlthaten aufdringen, deren wir nicht bedürfen? Warum wollen Sie eine Verfassung erschüttern, die nicht, um mich ihres Ausdrucks zu bedienen, ihr Alter, sondern vielmehr ihre Güte ehrwürdig machte? Warum endlich die süße Ruhe eines friedlichen vom Bürgerblute nicht triefenden Volkes siöhrcn, das ohne Cie, im Schooße der Freyheit glücklich lebte? nicht zufrieden, ihre eigne Freunde zu brandschatzen, wollen Sie eine Stadt entzweyen, deren Einigkeit unerschütterlich ist, und selbige jedem verwüstenden Greuel einer bürgerlichen Zwietracht Preiß geben. -- Sie fordern zum Beyspiel 2 Millionen Gulden! einer Nation, die nach moralischen Grundsätzen handelt, deren Panier Gerechtigkeit, und bereu Schild die Menschenliebe ist, einer Nation, die sich den Wahlspruch, Krieg den Schlössern, und Friede den Hütten, wählte einer solchen Nation geziemt es nicht zu brandschatzen, weil eben dieser Raub eine entehrende Erfindung deslgierigen Despotismus ist, eine regelmäßige Plünderung, die mit dem Rech­te des Starkern den Nacken des unschuldigen Bürgers drückt. Aber, von wem fordern Sie diese ungeheure Summen? von einer Stadt, der ihre eigne vorige Nationalversamm­lung das Lob einer untadelhaften Aufführung beylegte, die dem Conde ihre Canonen ver­sagte, und die denen theils schuldigen, theils von gedungenen Mordbrennern gewaltsam vertriebenen sogenannte» Emigrirten, nicht mehr und nicht weniger Schutz verlieh, als das Gefühl der Menschheit erlaubt, und warum fordern Sie diese Millionen? weil einzelne diese unglückliche Flüchtlinge gehegt, weil einzelne Kaufleute, dcnenjenigen Vergnügen machten , welche sie dagegen bereicherten, weil einzelne, nach ihrem Befug, dem Handel Frankreichs das baare Geld entzogen, um wie Sie sagen, es in die Kasten der Prinzen zu werfen, weil sie einzelne falsche Afsrgnate in Umlauf gebracht haben sollen weil endlich eine unbedeutende Zeitung aristocransche Grundsätze auskramte, die Niemand laß, weil in Gesellschaften von einem Theil der Nation übel gesprochen worden -st und welche Nation auf dieser fublunarsschen Welt ist wohl von Fehlern und Gebrechen frey?

O Cu-