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Es geschieht ferner, daß fremde Haufirer unbefugterweise sogenannte Esstgrecepte, oder wohl gar'Essigessenzen feil bieten, womit man sich für wenige Kreuzer einen sehr sauerschmeckenden Essig bereiten könne; endlich suchen betrügerische Fabrikanten schlechtem und schwachem Essig durch der Gesundheit schädliche Zusätze eine gewisse Haltbarkeit und Scharfe und somit scheinbar einen höheren Werth zu geben. ;
cvn den beiden ersten Fällen kann bei der besten Absicht leicht aus Unverstand ein Fabrikat erzielt werven, welches bei dem täglichen Genuß der Gesundheit höchst nachtheilig werden kann; in letzterem Fasse wird der Eonsument um Gelv unv Gesundheit gebracht.
Obgleich nun der öffentliche Betrieb der Essigfabrikation in neuerer Zeit sich vervollkommnet hat, so ist noch bei den angeorvneten außerordentlichen Visitationen des vorigen Jahrs die Confiscation eines Essiglagers wegen erwiesener Verunre nigung durch Kupfer (als Grünspan) und Fälschung durch schädliche Pflanzenstoffe uothwendig geworden.
Man findet sich deßhalb, in der Sorge für das öffentliche GesundheüSwohl veranlaßt, das Publicum nicht nur bei der Selbstbereitung des Essigs, sondern auch bei dem Einkauf auf Folgendes aufmerksam zu machen.
Zur Erzielung eines guten Essigs ist nur das Vorhandensein einer Flüssigkeit, welche die weinige Gährung bestanden hat und das Aussetzen derselben einer gewissen Wärme, unter Zutritt der Luft, mit Zusatz von Essighefe nöthig unv wird die Stärke des gewonnenen Essigs durch die in einer solchen Flüssigkeit enthaltene Menge von Weingeist oder Zuckerstoff be-
Jeder weitere fremdartige Zusatz, um dem Essrg mehr Saure und Schar- fe zu geben, ist unnöthig und besteht in der Regel aus Substanzen, welche der Gesuno- heit nicht zuträglich sind. .
Die eigentliche Essiggährung, oder das Sauerwerden der wemartigen, zu Essig bestimmten, Flüssigkeit geschieht in großem Fabriken entweder im Sommer im Freien an der Sonne ausgesetzten Orten, oder in besonders gewärmten Räumen, den s. g. Essigstuben.
Kleinere Fabrikanten und Oeconomen benutzen dagegen hierzu die Wärme der Küchen und selbst der Wohnstuben, welches letztere, wegen der bei der Gährung entweichenden Kohlensäure, einer bei zu großer Anhäufung in geschlossenen Raumen, der Gesundheit, ja selbst dem Leben höchst schäolichcn Luftart, möglichst vermieden werden sollte. Da auf die letztere Art die zur ununterbrochenen Gährung nothwendige gleichförmige Temperatur nicht immer erreicht wird, so ist man in der Regel genöchigt, um der zu Essig bestimmten, vor Beendigung der Gährung erkalteten Flüssigkeit die dazu nöthige Warme zu geben, einen Theil davon zu erhitzen, und dann der Gesammtmasse zuzumischen.
Dicß geschieht häufig entweder in leicht gebranntem Töpfergeichirr, oder in einem kupfernen Kessel. Geschieht ersteres, so wird der Essig das Blei der Glasur auflösen und ein höchst gefährliches Gift, den Bleizucker, bilden. Das Erhitzen des Essigs in kupfernen Gefäßen ist nur dann gefahrlos, wenn dieselben rein und blank sind, und der Essig vor dem Erkalten wiederherausgenommen wird, indem, wenn das eine oder das andere nickt Statt hat, Kupfer aufgelößt und Grünspan gebiloet wirv. Dasselbe geschieht, wenn die Essigfässer mit messingenen Krahnen versehen sind, oder wenn das zu Essig verwenvete päuterwasser zu lange in der kupfernen Blase stehen geblieben ist.
Ein blei-oder kupferhaltiger Essig hinterläß: im Munde einen eigenen metallischen, andauernd zusammenziehenden Geschmack, und ist zum Speisegebrauch gänzlich zu verwerfen.
Ein guter reiner Essig muß bei mehr oder weniger Färbung vollkommen klar und ohne


