Extra Beilage zu Nro. 14.
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Vesonvere V e k s n n 1 m a c y u n g-
Vorteilhafte und unschädliche Benutzung der gefrornen Kartoffeln für Menschen und Thiere.
Es ist eine bekannte Sache, daß die Kartoffeln durch geringes oder stärkeres Erfrieren eine große Veränderung erleiden, in welcher sie zur Gährung und Fäulnis, sehr geneigt sind, und selbst im gekochten Zustande, ja sogar un Magen der Menschen und Thiere diese Neigung fortsetzen. Hierdurch wird die gänzliche Verfaulung im Magen veranlaßt und die Verdauung sehr gestört; daher denn auch der Genuß gefroner Kartoffeln, wie dies viele traurige Beispiele von Erwachsenen und Kindern gezeigt haben, die nach ihrem Genüsse sehr erkranken, höchst Md- lich ist, und weder für das Vieh noch viel weniger für die Menschen eine taugliche Speise abgeben. — Werden dagegen nur etwas, oder gänzlich erfrorne Kartoffeln zweckmäßig aufgethaut und ferner sachdienlich behandelt |o sind sie immer noch mit großem Nutzen zu inanchem Behufe und selbst zur Nahrung zu gebrauchen.
Die zu Speisen bestimmten gcfrorncn Kartoffelii werden zu dem Eiide, ehe sie aufgethauet sind, in ein Gefäß, mit kaltem Brunnenwasser angefüllt, und worin man ein paar Hände voll Salz thut, geschüttet und an einen kühlen Ort gestellt, woselbst das Wasser nach einiger Zeit gefriert und die Kartoffeln ssch in einen Eisklumpen zu- sammensetzcn, der aber balv wieder von selbst aufthaut. Wenn diele aufgethauten Kartoffeln nicht zu hart gefroren waren, so kann man sie gleich kochen und als Speise bereiten, im entgegengesetzten Fall aber verfüttert man sie frisch dem Vieh. Am besten thut man, die so aufgethaueten und gekochten Kartoffeln, wenn sie noch warm sind, zu schälen, und sie entweder in Scheiben zu schneiden, und im Backofen, gleich nach Herausnahme des Brodes, oder auf dem Stubenofen auf Papier oder Horden zu trocknen und zum Gebrauche aufzubewahreu. Mau kann auch diese Kartoffeln, wenn sie ganz kalt geworden sind, auf einem Reibeisen zerkleinern, und die geriebene Masse auf ähnliche Art, oder auch auf, mit Papier belegten Backbrettcrn trocknen. Man erhält alsdann ein Mehl, welches zu Brod, Suppen, Klösen 2c. noch recht gut zu gebrauchen ist. Die gedörrten Scheiben oder Würfel müssen aber vor dem Gebrauche entweder ganz klein gestampft oder sehr lange eingeweicht werden.
Will man noch kürzer verfahren, so schneide man die aufgethaueten und dem- nächst gekochten Kartoffeln bloö einmal durch, und trockne sic, wie oben angegeben ist. Sie halten sich auf diese Art Jahre lang, und geben eine gute Nahrung für Menschen und Thiere ab. — Auch kann man, um noch schneller und mit den wenigsten Kosten zum Zwecke zu gelangen, die aufgethaueten Kartoffeln ungekocht und ungeschält in Scheiben schneiden, und sie rasch, aber bei nicht allzugroßer Hitze trocknen. Sollen die auf diese Weise getrockneten Kartoffeln als Speisen bereitet


