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Ae^er des Reformationsfeftes 1817, ( Deschins.)

Der Tag des hundertjährigen Ge­dächtnisses des ersten Anfangs der Re­formation, an weichem Luther die 95 Thesen anschlug , der Tag vor Allerhei­ligen, ZI Oktober, wurde 1617 von den Protestanten gefeyert. Mehrere Säch­sische Fürsten, besonders die Reichs­städte, liefen Gedächtnismünzen prägen mit dem Wablspruch dec Protestanten Verbum domini manet in aeternum, mit Gottes Wort und Luthers Lehr ver­gehet nun und nimmermehr" u. a. In den Hessen - Darmstäbrifchen Lan­den wurde auf Befehl des Landgrafen Ludwigs V. oder des Getreuen in den Predigten auf Allerheiligentag eine be­sondere Erwähnung dieses hundertjäh/ rigen Gedächtnisses vorgeschrieben. Die Atorgenpredtgr in der hiesigen Stadt- kirche hielt der erste Superintendent und Professor der Theologie Dr. Jo­hann WinEelmann, die Nachmittags- predigt der Caplan M. Johann Möller, In Darmstadt hietten die Iubeipredlgr in der Stadtkirche der Superinrendenc Dr. Heinrich Leuchter, in der Hof- ktrche der Hofprediger M. Justus Ute? tor. Die hiesige Universität feyerte am folgenden Tage das Gedächtnis dieses Tages durch eine öffentliche Rebe, welche der damalige Rector M. Chri­stoph Scheibler, weicher als ein vor- tr^fticher Redner bekannt war, hielt Nach diesem trat M.Conrad Dachmann auf und sprach in schönen und fliesen­den Lateinischen Versen über die Refor­mation Hierauf wurde eine Cellecte für arme verwaiste Kinder gesammelt.

Diese Feierlichkeiten wurden jedoch durch den unangenehmen Eindruck eini- Kermasen gestört, welche die öffentlich

ausgebrochene Streitigkeiten unter beit Professoren der theologischen Facul- tät über die Allgegenwart Christi erreg­ten. Diese vier Professoren, winckel- mann, Mentzer, Feuerborn unb Gi- senius, wurden daher an den Fürstli­chen Hof nach Darmstadt beschieden, um eine Vereinigung zu versuchen.

Feierlicher war die Begehung des Jubelfestes im Jahr 1717. Landgraf Ernst Ludwig hatte selbst, auf die Vor­schläge des Oberhofpredigerö v. Die­lenfeld, welcher zugleich Oderkirchen­rath, erster Superintendent in Giessen, und Professor der Theologie war, die Anordnung des Festes entworfen, und hatte zwey Münzen auf diese Feierlich­keit prägen lassen.

Die grösere Medaille ist zweylöthig und hat im Silberwerth ungefähr 3 Gulden. Auf der einen Seite ist das schön gearbeitete Brustbild im Profil und Name unb Titel des Landgrafen, Auf der andern Seite ist ein Opferal­tar mit einem rauchenden Opfergefas» Der Altar enthält die Buchstaben V. D. 1VI. 1. AL. vor demselben kniet eine Person mit dem Fürjteumantel, welche die Krone an der Stufe des Altars niedergelegk hat. Die Umschrift ist Fe st um seculare secundmn ecclesiae eva g. Luther. 31. Oct 1717. Unten stehen die Worte Hassia votormn coin- pos deo ^.rata. Diese Medaille wurde an die Personen vom Fürstt Hofe und die Vornehmsten der Dienerschaft aus- getheilt.

Die kleinere Münze hat die Grose eines Sechökreuzerstücks. In der Mitte steht auf der einen Seite das Hessische Wappen mit der Umschrift Ernest. Lu- dov. d. g. Landgiav. Hassiae. 1717. 31. Oct. Auf der andern Seite stehet in der