Ausgabe 
17.4.1802 Berichtigung
 
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d.'e Zahne blekken, und man sich um feiner Ehre Flekken anzuhangen, sol­cher Erdichtungen bedient, die schon bei der ersten Ansicht das volle Gepräge offenkundiger Unwarheiten an sich tragen.

Ich bin es meiner Ehre schuldig, in meiner Sache, die gegenwärtig von so vielen Seiten betrachtet und beurteilt wird, die Meinungen des Pu­blikums zu berichtigen.

Ich habe um so weniger Ursache Publicktat und Licht zu scheuen, da ich hier in Giesen beinahe drei Jahre unter den Augen des Publikums han­delte, und mein Betragen in moralischer, als ieder andern Hinsicht, hin­länglich bekannt, auch Jedermann bis zur Ueberzeugung davon unterrich­tet ist, was ich für meine Frau und mein Kind that, wie ich als redlicher, Gatte und Vater durch Ueberwindung ungeheurer Schwierigkeiten, für ihr Glück und Zufriedenheit sorgte, und auf nichts anders als ,hr Bestes be­dacht war. Auffallend muffe es daher Jedem seyn, als meine Frau mich «uf Eingebungen Dritter Personen, plözlich, wider mein Wissen und Wil­len verlies. Aber empören muffe es Jeden, daß auf einmal Namens der Verirrten, gegen ihren schuldlosen Gatten, der ihr so viel Gutes erzeigte, sie so zärtlich liebte, ihr die sprechendffen Beweise seiner Rechtschaffenheit und Sorge für ihr Wohl gab, der sie so oft dem Tode entriß, dem sie aus vie­lerlei Hinsicht hohen Dank schuldig war, eine Klage eingereicht wurde, in welcher man bei hiesigem Fürffl. Hochverordneten Konsistorium auf Ehe­scheidung antrug.

Kaum konnte ich nur entfernt so etwas ahnden, da sie als katholi­sche Glaubenvverwandtin auf völlige Ehescheidung ihren Rcligionsgrund- satzen nach nicht klagen durfte, indem die Tridentinische Rirchenver- sarnrnlung den schon mit dem Anathema belegt, der nur glaubt, daß das Heilige Sakrament der Ehe völlig gelößt werden könne, und in mei-

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