Ausgabe 
27.11.1770
 
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ZV» Gl'esslsche wöchentliche gemeinnützige Anzeige»

in der Naturkunde geübt (int>> sondern für diejenige, welche entweder von dem Barometer gar nicht unterrichtet, sind, oder in zu grosem Vertrau­en auf vre gewöhnliche Weissagungen der Witterung aus demselben, dar- von einen unrichtigen Gebrauch zu machen Gefahr laufen. Vor allen Dingen hat man sich einen deutlichen Begrif zu machen , warum der Mercurius in der Röhre in der Höhe gehalten werde. Diese Ursache ist keine andere als der Druck der Lust. Diese umfliesst den Erdboden und drucket auf seine Fläche. Wir können uns sie als Säulen Vorteilen, de­ren immer eine an der andern stehet» Eine hält die andere eben so das Gleichgewicht als wie das Wasser in zwo Röhren, welche aus einem Stück gebogen sind. Könnte man nun eine dieser gegen einander druckenden Luft­säulen , welche der andern das Gleichgewicht hält hinwegnehmen und an ihre Stätte einen andern flüßigen Körper fetzen, so würde dieser nach dem Verhältnis seiner Schwere in die Höhr gehoben werden. Eben dieses geschiehet in einer solchen gibsernen Rühre welche oben verschlossen , und über dem darinn feyenven flüßigen Körper Luftleer ist. Es drucket zwar die äusere Luft oben auf das verschlossene Glas, dieser Druck aber wird durch den Zusammenhang des Glases wiederstanden, und äusert sich nicht bis aussen in der verschlossenen Rühre flüßigen Körper;. E. ven Merkurium dieser allein ist es also welcher dem Druck der Luftsäule wiederstehen, und mit ihr im Gleichgewicht seyn muß. Man kann daher aus dem Steigen und Fallen des Quecksilbers schliefen auf den Druck der Luft und zwar nicht nur auf dem Druck der Luftsäule welche mit dem Mer- furio das Gleichgewicht Hütt, sondern auch die andern sie umgeben­den , indem diese alle zusammen im Gleichgewicht stehen. Mehr kann man aber auch gar nicht schliefen. Nun ist schon der Wcg gebahnt, um zu denken, wir ein groser Sprung oder welche Kette von Schlüssen noch gemacht werden müsse, bis man die Veränderung der Witterung errathe.

Wir wollen in dieser Sache stufenweise fortgehen. Auf folgende Fragen müssen wir wohl acht geben : woher entstehet nun dieser Druck der Luft f Auf welche Art kann er verändert werden? welches stnd die Schlüsse um Regen, wind, trockene / WärB me und d. gl daraus zu vermuthen?

Der Druck der Luft wodurch der Stand des Quecksilbers verändert wird, rühret entweder von der veränderten Schwere oder von der ver­änderten Elasticrtät der Luft her. Bevde sind stets einander gleich m ihrem Druck, aber ungleich in ihren Wüstungen auf das Wer. rer.