Ausgabe 
27.2.1770
 
Einzelbild herunterladen

Ct Giesstsche wöchentliche gemeinnützige Anzeigen

keiten nicht allen Nutzen absoricht, aber vorzüglich auf das Grose und Gantze bedacht ist, gelangen? Dieses wird nicht eher zu hoffen seyn, alS biß man wenigstens den ersten Unterricht andern tvirO : denn wenn man auf hohen Schuten die besondre Absicht hat, diesem oder jenem Theil der Studirenden vor dem andern nützlich zu werden, so ist es nicht zu tadlen wenn der eine den Vortrag der Geschichte bloß zum nähern Gebrauch er. nes künftigen Rechtsgelehrten einrichtet, der andre aber fern Hauptaugen­merk auf den angehenden Theologen gerichtet hat; wiewohl auch dre all. oememe Absicht der Geschichte, in welcher sie jedermann nützlich seyn kann, dabey eben nicht gerad nothwendig aus den Augen gesetzt werden muß.

Bey dem ersten Unterricht aber, insonderheit aufSchulen woman Leute von allerley Gattung vor sich hat, die sich noch vor ferne bestimmte Lebensart und Facultät erkläret haben , und deren Verstand, Geschmack und Herz einer gewissen Richtung nöthig hat, sollte man so verfahren, daß die beschrrebne allgemeine Vortheile der Geschichte erreicht werden könnten-

Und wie muß es der Lehrer machen? Ich weiß leinen bessern Rath, als daß er die gute Muster der Ausländer und Alten fleißig licht, biß wir em mehreres unter unfern Landesleuten aufzuweisen haben. Weiß er aus dem vorhergehenden, was zu demGroßenm der Geschichte gehört, lodarf er nur Augen haben, um zu sehen, wie die Sache m Beyfpleien auöge- führt worden. Eine fortgesetzte Bekanntschaft mit densekblgen , wird ihn, wenn er von der Seite des Verstandes und des Geschmacks nicht ganz von der Natur verwahrkoßt worden, gar bald in den Stand setzen, seinen Mündlichen Vortrag jenen unsterblichen Werken ähnlich zu machen, wenn er sie auch gleich nicht ganz erreichen kann. Wenn man den Herodot, Lenophon, Livius, Tacitus, den vielen so trocken scheinenden Casar, dett Rolkin, Vertot, Hainault und sogar Voltaire gelesen hat, so muß man unendlich viel von ihnen gelernt haßen, wenn man auch gleich nicht un Stand wäre die Begebenheiten selbst, welche sie erzählen, wieder Herzu­fagen. Man wird ihre Anmerkungen und Maximen so tief im Kopf Ha­ven , daß man sich ihrer bey dem Vortrag einer ganz ankern Geschichte be­dienen kann, von welcher jene nicht eine Zeile geschrieben haben- Man

- wird

k