k-n des Menschen dringen. - In d-rreitzendcn Kleidung der Erzehlung wird er Regeln erblicke» seine Vernunft und Geschmack zu stärken, Regeln zur Bildung und Besserung des Herzens, Regeln des gesEchastlichen -3e« tragens und des Umgangs, welche seine eingeschränkte Erfahrung ergan« tzen werden, so daß er durch Den Gebrauch weniger Bucher oft klugerwnd, olö mancher der ohne die nökhige Vorbereitung fein Vermögen fluf sen durch die halbe Welt verschwendet.
Dem ersten Ansehn tiad> liegt dieses nicht in der Geschichte. Denn gemeiniglich pflegt man sich darunter ein trocknes Register von tausend Begebenheiten vorzusiellen, welches zu weiter nichts diene, als daS Gedachr- niß anzufüllen, oder wohl gar zu überladen. Daher^auch oft Eeme d,e sich ganz Verstand zu seyn einbilden, die Geschichte als eine Sache betrachten, die zu tief unter ihrerSphare sey, als daß sie sichdamit beschnstWN dürften. Hierzu kommt noch daß unsre meisten, insonderheit veutsch- Schriftcn, welche der Jugend in die Hand gegeben werden, dieses Vorur- therl bestärken, da sie gemeiniglich mit nichts als einer Sammlung von Begebenheiten, die zuweilen biß zum Eckel genau erzehlt werden , angefullk sind, von denen man oft nicht den mindesten Gebrauch absieht. Cramer hat es in Deutschland zuerst gewagt, die Geschichte in dem Ton «orzutra» gen, den ihr Die Alken, Die Engländer und Franzosen schon längstens g«. geben haben, und ein Schröckh hak in seiner öArchengeschichte erst vor kur. zem angesangen, eben diesen Weg mit »jelen Ehrenjubekreen. Absk wer ließt sie ? Leute Die aus ihre Geschichtskunde, weil sie vielleicht zwanzig Bande über Die geringste Kleinigkeit zusammen getragen haben, stolz sind, kennen sie theils kaum dem Namen nach, theils sehn sie mit Mitleidigen Blicken auf dergleichen Schriftsteller herab, Daß sich dieselbige überwmde» können, Die kostbare Zeit zur Beförderung tiefer Einsichten m Den Cha- racker des ganzen menschlichen Geschlechks zu verschwenden, die Doch ihrer M-iMung nach viel nützlicher auf Die Berichtigung einer noch ungewissen Tahrszchl oder zur Ergänzung Der Stammtafel emes ausgestorbnen be. rtihnilen deutschen Geschlechks mittlerer Zeiten hatte verwendet werde» können.
Wenn junge Leute in diesen Vorurteilen erzogen werden , wie sollen sie zu einem wahren Geschmack in der Geschichte, welcher den KlestM 2, reuen


