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Beiten es »ft sehr schwer macht, daß ein Geistlicher bei; aller seiner Treue unv Rechtschaffenheit sich in dem nokhwendigen Ansehn erhalten kann.

Denn erstlich sind die Vorurkheile der Leute so groß, daß sie neue» alle Vorzüge solcher Männer mit Fleiß die Augen verschließen. Sie seh» sie vor unvermeidliche Hebel an, denen man dey aller Gelegenheit nuswei» chen müßte: Sie können die Wahrheit nicht leiden, und wenn ein red­licher Mann nur das geringste von dem sagt, was feine Pflicht mit «ich bringt, so ist e» gleich Stolz, Herrschsucht, Neid oder alte Feindschaft, die ihn reden macht. Wie sehr bemüht man sich nicht aus diesen Grund­sätzen , die nokhwendige Frevdeir eines Dieners der Religion unter den Protestanten einzuschränken! Vielleicht währet es nicht lange mehr, so wird man die Zuhörer um Erlaubnis, ihnen die Schrift vorzulefen , so wird man um Vergebung bitten müssen, wenn man etwa eine starke und nach, brückliche Stelle aus einem Propheten anführen will. Man muß die kellte nicht herrschen lassen, heißt es: und rechtschaffne Geistliche verlangen Nichts weniger alS dieses. Sie sind za klug, als daß sie die Beschwerlich­keiten des Herrschens nicht einsehen, und zu redlich, als daß sie nicht wis­sen sollten, daß sie zu ganz ander» Dingen berufen sind.

Hernach sind die schlechte äuserliche Umstände, worinnen die proteflan« tftoe Geistlichkeit überhaupt betrachtet sich befindet, eine Haupturfache der Verachtung, mit welcher dieser Stand fo oft unverdienter weise belegt wird. Da die Einkünfte derselben oft fo gering sind, daß kaum der nie« drigste Mensch eines Staats davon leben kann, so sind die Bewegungs- gründe diesen Stand zu ergreifen viel zu schwach, als daß sich viele Leute von Geburt, Erziehung und Vermögen dazu verstehen sollte. Es ist wahr, all- vi-se ausirliche Vorzüge sind ganz und gar nicht nothwendig: sondern es sind im Gegentheil nichts als Vorurtheile, wenn man die Wichtigkeit der Wahrheiten, nach Dem Stand und den Glücksgütern der Personen deurtheilt, welche sie Vorbringen. Aber es sind Vorurtheile die in der. ganzen W-lt angenommen sind, und allenthalben gelten. In der katho­lischen Kirche sind es oft königliche Prinzen, welche Die obersten Aemter der Kirche bekleiden. Ihre Bischöfe Cardinäle und Pädste werden den Fürsten Königen und Kaisern gleich geachtet. Di- geistlichen Aemter brm. gen ihnen (Xeichthümer, Ansehen und eine weit ausgebreitete Gewalt Ob dieses gleich in der protestantischen Kirche nicht einmal zu wünschen ,

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