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öHe Stände in der Welt gestiftet worden! Wie nöthig sind unsdieAerz- te> Mer wie viele Pfuscher giebt es nicht unter ihnen! Wie manche Kirchhöfe haben ste ungefüllt! Was ist ehrwürdiger und unentbehrlicher alS Der obrigkeitliche Stand? Ader wie viele schreyende Ungerechtigkeiten werden nicht unter Dem Schern Des Rechtens begangen. Wie viel offen* bahre Grausamkeiten haben nicht unzehliche Tyrannen ausgeübt! Welche Ströhme von unschuldigem Blut haben mcht ehrgeitzige Regenten ver­gossen ! Soll man Darum Die Gerechtigkeit, und alle Obrigkeiten über­haupt anktagen? Ich gebe zu, Daß viele Verfolgungen uno so gar Kriege aus einem falschen Religionseifer entstanden, oder Durch die Herrschsucht verschiedner Geistlichen angezündet worDen sind. Aber ist es nicht offen* bahr zu weit gegangen, wenn man alUs Böse m Der Welt Den Priestern lufcbreibt, wie es heutiges Tages Mode werDen will ? Wie viel Kriegt dlüt-ge unD oft höchst ungerechte Kriege hat nicht Die einzige römische Re­publik geführt? Man müßte in seinem Leben keine Geschichte gelesen ha­ben, wenn man den Priestern unter den Römern die Ursachen davon auf- bürden wollte. Wie viele Tyrannneyen haben nicht Die heydnische Kaiser, ich sage nicht gegen Die Christen, sondern gegen Die Heyden selbst ausge* übt, ohne daß Priester und Religion sich mit hmem gemischt haben. Uno was sind nicht unter Den Christen in allen Staaten von Europa feit vielen Jahrhunderten vor Verwirrungen, Empörungen, und auswärti­ge Kriege erregt worden, ohne daß gerad Die Geistlichkeit Die Ursachen zu denselbigen hergegeben, das Feuer angezündet oDer unterhalten hat. Kurz; man kann gemächlich hundert Ungerechtigkeiten, Die von Leuten aus aller­lei) Ständen begangen worden sind, und Deren traurige Folgen sich oft über ganze Königreiche erstreckt haben, gegen eine ausweisen, die ihren Ur­sprung von Der Priesterschaft her hat. Man setze also weiter, daß man­cher Geistlicher habsüchtig, geitzig, niedettlächtig, pöbelhaft, wollüstig oder zänkisch sey: Wer wird dieses leugnen? Aber wer kann es auch aus­stehen , wenn man dieses als wesentliche Eigenschaften des ganzen Stan­des betrachtet?

Die Verachtung einzelner Personen unter der Geistlichkeit, ist nicht immer unaegründet. Es wäre daher billig, daß ein jeder, so viel an ihm selbst liegt", alle die Ursachen aus Dem Weg schäfte, wodurch er, m-d hernach, wie es freylich nicht seyn sollte, det ganze Stand und endlich die Religion selbst in Verachtung fallm: wiewohl Die Verfassung unsrer R r r Zeiten