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was sie in Bewegung setzet, entweder gute EtttschliesUttgen zu fassen, oder schon gefaßte gut auszuführen. Sie gut zu regieren ist eine nothwendigs Eigenschaft Der Tugend. Welches aber sind Die Anweisungen Dazu? Man bezähme Die Affekten, man lasse solche nicht auslchweifen, man lenke sie auf Den rechten Gegenstand! Dieses alles ist recht gut gesagt. Man kann dieses wissen , man kann Den Vorsatz haben eS auszuüben, und jetzt kommt ein Sturm des Gemüths, und Regeln und Vorsatz sind weg. Es bleibt auemabl noch Die Frage übrig, wie sind sie zu beherrschen? Diese ist einem Tuaendfreundvon grosem Gewicht. Sie kann aber nicht anders beantwortet werden, als nach Erklärung ihres Ursprungs. Wr wollen also von den Affek­ten drey Fragen berühren. Wie entstehen sie? Smd sie anund sur sichgut oder böse ? Wie sind sie zu beherrschen? .

Wie entstehen Die Affekten? Es geht Die Frage voraus was ist em Affekt oder Leydenschaft. Die alte Vorstellung der Seele unter dem Bild einer Tafel, worauf man schreiben könne, ist ganz bequem viele Erschei­nungen in derselben zu erläutern. Wir wollen sie vor Augen haben. Die Ideen, welche entweder durch die Einbildungskraft oder durch die Sinnen darauf stehen, sind in Beziehung auf uns selbst entweder gleichgültig oder nicht. Wenn sie ersteres sind, so wird kein Affekt entstehen. Sind sie lezteres so sind sie entweder Verabscheuungen einer Sache, das ist, Vor­stellungen daß uns die Sache böse seye, oder Vorstellungen sie seyn uns gut. Häufen sich nun Ideen von einem Gegenstand in unserer Seele, so entstehet entweder eine heftige Verabscheuung oder heftiges Begehren einer Sache. Der Körper, welcher allezeit mit Der Seele in einer lieberem» stimmung stehet , wird alsdenn in eine Bewegung gesetzt, welche der Grö­ße Der Vorstellungen gemäs ist. Einen solchen Zustand nennet man einen Affekt, welcher alsdenn nach der Menge der Vorstellungen welche ihn ausmachen, auch seine verschiedene Stufen hat. Es ist allemal eine ge­wisse Anzahl von Ideen die sich auf einen Gegenstand beziehen vorhanden, wenn ein Affekt vorhanden ist. Man kann sich eine jede Seele vorstellm, daß sie nur eine bestimmte Anzahl von Ideen zugleich haben kann. Ist nun die Anzahl derselben welche einen Affekt ausmacht, sogros , daß sie entweder die ganze Summe der Ideen, welche die Seele haben kann, oder ihren grüßten Theil ausmacht, so herrschet der Affekt. In dem ersten Fall ist Der Mensch in eine Wut versetzt, und er vergißt sich selbsien. Leander wird von Sempronio ausgelacht. Dieses erweckt Vorstellungen einer Sache; welche ihm unangenehm ist. Man spottet noch seiner mit

R 2, Reden.