und Nachrichten. rzr
muß ununterbrochen fortlausen, denn ich weiß schon, daß meine Leser mein Büchelchen verschlucken werden, und die Seitenzahl muß in Römischen Buchstaben ausgedruckt seyn. Es ist nicht darum damit man sehe, daß ich lateinisch könne, und wisse man müsse nicht IX sondern V1I11 schreiben, sondern damit meine geschmacksvolle Leser eine Stelle, welche sie wollen, verschlucken, und so gleich finden können. An der Methode sichet man gleich Geschmack, Genie, Erfindung, Farbe, Pinsel, und Geist. Woher kommt es dann nun , daß tumme Leute in der Welt fortkommen, und so gut fortkommen । daß ihnen, nach dem Ausspruch des weifen Alten ein bißchen Verstand weniger, besser i|i als ein grosse Schatz?
Hier ist der ganze Aufschluß des Räthsels. Ein solcher Mensch ist ein allgemeiner Lobredner unsers Verstands, auch wenn er schweigt, loben uns seine Minen; unsre Schwachheiten sind vor ihm sicher, er spähet sie gewis nicht aus; fein Verstand wird als ein armer hülfioser Way- se betrachtet, und jedermann will sein Vormund seyn. Ersteren Grund kann ich aus meiner eigenen Erfahrung behaupten. So oft jemand vor mich kommt, fühle ich die Größe meines Verstandes. Daß mein erhabener Geist alle andere überstehet, ist die grüßte Zufriedenheit meines Lebens, und ich mag wollen oder nicht, so ost ich meine Größe recht in ihrer Starke fühle, und das geschiehst, je weniger Verstand der hat, mit welchem ich umgehe, so oft bin ich solchem Menschen gut. Alle Menschen sind zwar solchergestalt meine Lobredner, aber die doch mehr welche schwächere Einsichten haben. Nun kann ich sreylich von mir keinen Schlus machen auf andere, so wenig als Alexander von seiner Größe, auf die Größe seiner Soldaten. Ich besitze auch so keine bäurische Schamhaftigkeit, welche die Welt für Bescheidenheit auslegen will, daß ichver- helen sollte, daß mir niemand gleich käme, dann was wäre dieses anders als mein Pfund zu vergraben, da ich doch den inneren Beruf fühle, welchem ich muthig folge, der Welt mit meinen Gaben zu dienen. Ich kann aber doch leicht denken, was andere Menschen, wann sie gleich weit unter meiner Sphäre find , für angenehme Aufwallungen ihrer Brust fühlen, wenn sie einen blödsinnigen Menschen um sich haben. Einst hatte mich das Fieber abgezehret wie ein Scelet, und ich redete, ich weis nicht was für Phantasten in meiner Fieberhitze. Ein solcher Lobredner lobte mein süttreMes Ansehen, und sein Verstand stunde ihm bey mei-
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