Ausgabe 
22.5.1770
 
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und Nachrichten.

Einen andern Grund , welcher die Unanständigkeit behaupten soll, ziehet man daher, daß es den Anschein des Wuchers gebe; dann sie mus­st«, sagt man, alsdann ihr Früchte und Vieh so gut anbringen als sie kön­nen. Ein Mann der das Herz eines Kornjuden hak, wird solches nicht verlieren, wenn man ihm seine Güter nimmt. Cr wird auch da Gele­genheit genug finden, auszuschweifen. Die Einkünfte vom Feldbau sind auch so beträchtlich nicht, daß sie etwas in dem Preis ändern können. Es wäre ungerecht, und der gemeine Mann verlangtes auch nid)t einmal, haß der Prediger seine Früchte, nach deren Werth er auch andere D-nge weiche er nöthrg hat, bezahlen muß, unter dem zu jeder Zeit gewöhnli­chen Preis geben soll. Es wäre auch etwas ungerecht, wenn man ge­rade diesem Stande etwas zutrauen sollte, was man von an bet n nicht |ö leicht glaubet Sollte einer oder Der andere hier auf Misbrauche fallen, so gilt wieder Der Scblus nicht auf alle, sondern es gilt eben das in An­sehung der Correction, was bei; Dem vorigen Absatz angemerkt ist.

,) Es «Lebe Anlas zu Zänkereien/ das ist ebenfalls Ve- weaungsgrund, welcher von der bösen ^eite angeführet wird. Wie oft, spricht man, g-schieh-t -s nicht, daß «in und Der andere Nachbar an den Feldstücken au weit greifet. Hier sind Klagen unvermeidlich. Es ist aber tocb unanständig und hindert die Erbauung, wenn ein Prediger mit fei« nen Pfarrkmdern in einen Proceß gerath. Hierauf ist folgendes i» "wa­gen: r ) Ist noch zu untersuchen, ob auch würklich deswegen viele Proceß« entlieh, n " Man kann doch diese Sacke nicht so ohne Erweis als ausge­macht gelten lassen. MehrentheilS werden dergleichen Reden von solchem gefuhret, welche sich nickt so sehr bekümmert haben, ob auch würklich so bduficte Streitigkeiten vorhanden sind, und von solchen, die auch nickt ein­mal Gelegenheit gehabt haben, Nachrichten hiervon zu sammeln. A.aa berufe fiel) nicht auf die Streitigkeiten wegen Der Kartoffeln Zcknden. Diese waren, weil es eine neue Frucht war, unvermeidlich, diele herrschte »vilch-n Herrn und Unterthemen, ja aller Orten, und mußte einmal ent- kckieden werden. Sie ist entschieden, und wie würde Die Folge bestehen, welche man Daraus machen wollte; zu Der Zeit, da wegen aller Zehn- Ven gestritten wurde, wurde au», wegen der Pfarrer Zehnden ge­stritten, darum muß man ihre Güter euizirhen. Proceße anderer ckrt, werden nickt viel aufzuweisen seyn; ist Gegenkhejs stick Ml mehr Erem« xel aufjuweiien , daß die Zuhürer sreywiliig, ohne einige Schuldigkeit

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