Ausgabe 
21.8.1770
 
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L7V Gressische wöchentliche gemeinngtzige Anzeigen

wühnliche Art durch Erlernung der Sprachen erhalten, und davor ist ma» meistenkheils mehr als für Ausbesserung einer jeden andern Kraft besorgt. Man hat aber nicht blos aufdie Ausdehnung der Einbildungskraft sondern auch auf die moralische Vollkommenheit zu sehen. DaS heißt, daß sich solche mit den edelsten und feinsten Gegenstände beschäftige, welche die Tu­gend befördern. Man bewahre also die Jugend vor solchen Vorstellun­gen; man suche ihre Einbildungskraft auf tugendhafte Beyspiele undVor- stellungen zu lenken. Tugendhafte Dichter, und die Geschichte, wann sie recht behandelt wird, können hier ungemeine Dienste leiden. Fabeln und Erzehlungen haben hier um deswillen einen grosen Werth, weil auch dadurch der Verstand grübet wird; und warum sollte man nicht auch Mathestn hierher zehlen?

Wil! man die Oberkräfte der Seelen nicht ganz hintansetzen , wie gemeiniglich geschiehet, so muß man eben keine magere Definitionen und das Barbara aus der Logick auswendig lernen lassen , dann das gehöret mehr für das Gedächtnis, und schadet eben so wohl dem Verstand, als td die brauchbarste Wissenschaft entehret; sondern hierzu kann eine vernünf­tige Behandlung der Bücher, welche man der der Sprache wegen liefet, der Poeten u. s. w. MathesiS, Historie, Grundsätze der Religion vor­züglich dienen.

Das vornehmste so hier zu beobachten, ist daß man düs nicht zur Ue- bung des Gedächtnisses mache, was dem Verstand allein gehöret. Noch viel weniger thue man es in Religionssachen. Doch geschiehet es noch oft von der Trivial - Schule an bis auf den höchsten Sitz der Weisheit, daß man dagegen verstößt..

Beantwortung der Frage rm vorigen 3 zterr Stück, ist das bst eine Ursache der Rothenruhr?

Dem Herrn Verfasser des eingeschickten Briefes, können die Gründe, womit die neuern Aerzte ein Vorurtheil der altern Zeiten bestritten, nicht unbekannt sevn, dann er führet an, daß das Obst vielmehr ein Präservativ gegen diese Krankheit ftye: diß ist der Ausspruch eines fürtrefiichen Tissots, der in seinen avis au peuple sirr la fanre anführet, daß reifes Obst , be­sonders das Sommerobst, so wenig die Ursache der Ruhr seye, daß es vielmehr