Ausgabe 
21.8.1770
 
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dielmehr wider diese Krankheit bewahre;'er bezeugt, daß in Jahren, wo man häufig Obst genossen, diese Krankheit seltener gewesen, als in andern, wo keines gewachsen; daß ferner n Leute an der Ruhrkrank, davon, wel« che Obst g.geffen, wurden besser, zween andere aßen auS Vorurthest kei­nes und starben.

Aus Versuchen geschöpfte Beweise überwiegen alle andere: wir wer­den dem Verlangen des «ö. V. ein Genüge leisten wenn wir deren einige anführen. Es ist nicht ohne daß diese Krankheit fast durchgehends einem übermäßigen Obstessen zugeschnebez wird, weil sie sich gemeiniglich um die Mitte des Sommers, weiches die Zihrszeit des Obstes ist, zu äußern pflegt; allein wenn die Ruhr zu einer Zeit anfängt zu wüten , wo noch kein Obst vorhanden, und wieder nachiässet wann der Herbst allerley Baumfrüchte in Ueberfluß oarreichet, wie wird man die Urlache dieses Ne­bels dem Obst zuschreiden können? Pringle/ den seine Verdienste zur Würde eines Ritters und Künigl. Großbrittannischen Leibarzts erhoben, hat als Leibarzt die Krankheiten der Brittischen Völker in dem Feldzug am Mayn und Rhein 1745. sorgfältig beobachtet und richtig ^beschrieben, Damalen finge die Ruhr frühzeitig an , und wütete ehe noch eine Frucht tlfl war, Erdbeeren ausgenommen, welche aber die Soldaten wegen des hohen Preises niemals kosteten, und endigte sich um eine Zeit, da die Weinbeeren reif wurden, die in offenen Weinbergen wuchsen und die nebst anderem Obst von jedermann häufig gegessen wurden. In dem Feldlager der Alliirten Armee welches im Jahr 1761. eine lange Zeistbey Warburg stun­de, war wohl die Helfte der Leute mit Krankheiten befallen. Die herrschende war nebst einem Faulen Fieber die Ruhr. Gewiß aber käme diese Krank­heit nicht vom Obsteffen , dann es war in einem weiten Bezirk der Gegend keines anzutreffen; sondern die Armee marchirke eine ganze Nacht, föchte am nächsten Morgen, in der folgenden Nacht lagen die Soldaten auf Dem Schlachtfelde ohne Zelten, einem Regen ausgesetzt, die Hitze war groß und anhaltend gewesen, die Leute waren beständig dem faulen Gestank von tovten Cörpern und von Abtritten ausgesetzt, nachdem ihre Säfte vorher aufs höchste erhitzet worden. Hierauf entstund eine jähe Verän- derund in der Gesundheit der Armee. Aus dem angeführten kann jeder leicht begreifen, was die Ursche derjenigen Krankheiten, die ich die herr­schende genannt; dann dasjenige waS die Säfte unseres Cörpers faul ma­chen, und den Zufluß derselben nach den Gedärmen leiten kann, i|l eine unläugbare Ursache vcr Ruhr.

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