2-68 Mcssische wöcheyrlrche gemeinnützige Anzeige« deutliche Einsichten bestimmt hat; oder/ man muß seine sinnlichen Begierden verlaufen können. Hieraus ergibt es sich daß man mit Ausbesserung des W.llens bey Kmdern nicht so lange warten darf, bis sie rum Gebrauch des Verstandes gelanget sind; sondern so bald sich die Kraft m begehren äußert, so gewöhne man solche an Vorschriften, und bringe dadurch die Gewohnheit hervor, den ersten Eindrücken nicht zu folgen. diesem Punkt wird vieles versehen. Man will warten, bis Kinder fähig seyen Überlegungen anzustellen, bedenket aber nicht, daß sich bis dahin, der Eigenwille, oder die Gewohnheit, den ersten sinnlichen Eindrücken zu folgen, recht fest setze. Alsdann stehet man sich bey mehreren Jahren genö- chiget die Mittel zu brauchen, welche längst bey Seite gesetzt ftyn sollten, und die nur für frühere Jahre, wo ein Kind nur thierisch handelt, gehören, ich meine mit Schlagen zu ziehen. Wer diese nicht ehe gebrauchen will, als bis Vernunft da ist, der handelt ganz verkehrt. In der zarten Jugend muß der Willen gebeuget und an Vorschriften gewöhnt werden, so bald als er sich nämlich ausert. Wodurch soll dieses geschehen-Durch Bewegungsgründe kann eS nicht sepn, folglich muß es durch Empfindungen geschehen. n
Wann der Willen schon durch Bewegungsgründe gelenker werden kann, denn! hat die Ruthe oder der Stock einen sehr entfernten Em- slus auf bie Besserung desselben. Nicht Gehorsam sondern Furcht vor unangenehmen Empfindungen wird alsdann die Triebfeder. Pie bleiben freylich noch norhwendig, aber nur damit äußere Zucht erhalten werde. Zu der Zeit, wo der Mensch nur nach Empfindungen und tbie- tischen Trieben handelt, da ist ihr Gebrauch vom größten Nutzen, damit man der Gewohnheit eigenwillig zu handeln vorbeuge. Daß die Kinderzucht in diesem Betracht meistentheils verkehrt vorgenommen werde, das lehret die Erfahrung. Wer wird ein Kind schlagen, es hat noch keinen Verstand, heißt es, wann es erst Ueberlegung hat, dann ist es Zeit DaS heißt aber nichts anders, als den Menschen in der Zeit, wo sie au (hören Sanz thierisch zu handeln, als Thieren begegnen. So bald sich die Vernunft entwickelt, so müssen sie durch Gründe, welche faslich, und ihren Einsichten jedesmal gemäs sind, geleitet werden. Man erkläre ihnen die Ursache welche man hat, dieses oder jenes zu verbieten; und mache wenige Geseke. Iber die gemachten hebe man niematen auf. So bald letzteres geschiehst, so erfolge


